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Bad Oldesloe : Mensa-Verträge in Oldesloe gekündigt

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Stadt muss einen neuen Caterer für ihre Mensen suchen. Die Ausschriebung läuft bereits. Die Essen werden teurer.

Das ist ein Schlag ins Kontor: Die Verträge für die Mensen an den Oldesloer Schulen mit Betreiber Dussmann Service sind gekündigt. Die Firma hatte den Vertrag für die Mensa im Schulzentrum an der Olivet-Allee gekündigt, die Stadt daraufhin ihrerseits die Verträge für Stadtschule, Grundschule West und KGS.

Es war im Februar vergangenen Jahres, da brach über die Mensa im Schulzentrum ein wahrer Shitstorm herein. Eltern, Lehrer, Schüler und Politiker beschwerten sich massiv über das Essen. Es schmeckte nicht, war nicht durchgegart, wirkte unhygienisch – entsprechend gingen die Essenszahlen in den Keller. Entgegen der Vereinbarungen gab es keine Salatbar, aber Süßigkeiten.

Die Firma Dussmann reagierte auf die Kritik. Die Mensa bekam eine neue Leiterin, das Personal wurde geschult. Parallel dazu wurde ein gemeinsamer Mensa-Ausschuss ins Leben gerufen, in dem unter externer Beratung nicht nur Essensfragen, sondern auch Regeln für ein Miteinander der drei Schulen in der Mensa erarbeitet wurden. Alles schien auf einem guten Weg. Und jetzt kam überraschend die Kündigung von Dussmann.

„Wir haben uns gut aus der Kritik herausgearbeitet, es ist vieles besser geworden“, erläutert Bürgeramtsleiter Thomas Sobczak: „Aber so ein Vertrag besteht eben immer aus mehreren Bausteinen.“ Einer seien die Finanzen. „Die in der Ausschreibung vom August 2012 erwarteten 400 Tischgäste waren deutlich zu hoch gegriffen, sodass wir kräftig zuschießen müssen“, erläutert Dussmann-Sprecherin Michaela Mehls. Konkreter will sie nicht werden.

Die Margen bei Mensa-Essen müssen gering sein. Dem Vernehmen nach sollen es nur wenige Cent pro Mahlzeit sein. Deshalb sehe der Vertrag auch Möglichkeiten für Preisanhebungen vor. Kostensteigerungen beim Einkauf oder tarifbedingte Erhöhungen der Personalkosten dürfen moderat weiter gegeben werden. „Das haben wir schon Anfang des Jahres besprochen“, sagt Sobczak. Die Eltern müssen sich also auf steigende Preise einstellen. Im Schulzentrum werden zukünftig nicht mehr 3,50 Euro verlangt, sondern 20 Cent mehr pro Essen. An der Stadtschule, in der die Teilnahme am Mittagessen verpflichtend ist, soll die Monatspauschale von 48 auf 53 Euro steigen.

Die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Dussmann muss weitgehend harmonisch sein, denn trotz der jeweils fristgerechten Kündigungen haben sich beide Seiten darauf verständigt, die Verträge ein halbes Jahr weiter laufen zu lassen. Thomas Sobczak: „Bis zum 1. August wäre es nicht leistbar gewesen, einen neuen Betreiber zu finden.“ Im Extremfall wären die Küchen kalt geblieben. Jetzt kann das Interessenbekundungsverfahren gestartet werden. Im Zuge des Verfahrens sollen auch Eltern, Lehrer und Schüler einbezogen werden. „Die Beteiligung ist uns wichtig“, versichert Sobczak.

„Auf der Basis realistischer Tischgastzahlen“ will sich auch Dussmann Service an der Ausschreibung beteiligen. „Wir möchten die Schüler sehr gern weiter verpflegen und erhalten seit Längerem sehr positive Resonanz“, sagt die Pressesprecherin. Sie macht allerdings auch eine Einschränkung: „Sofern der Auftrag dann auch für uns auskömmlich ist.“

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23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
erstellt am 24.Mai.2017 | 06:00 Uhr

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