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Unfall bei Bargteheide : Lkw durchbricht Mittelleitplanke – A1 noch immer teil-gesperrt

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Glück im Unglück hatten zwei Fahrer auf der A1. Ein Sprinter rammte einen Lkw – und sorgte für eine Straßensperrung.

shz.de von
erstellt am 27.Feb.2015 | 07:08 Uhr

Bargteheide | Die Autobahn 1 gleicht auf Höhe der Gemeinde Lasbek einem Trümmerfeld. Gegen 3.50 Uhr am Freitagmorgen hat es dort einen Verkehrsunfall gegeben, bei dem ein Kleintransporter der Sprinterklasse zunächst einen 40-Tonner Sattelzug gestreift, sich selbst zweimal gedreht hat und dann schließlich im seitlichen Graben auf die Seite gekippt ist. Der Sattelzug krachte in die Mittelschutzplanke. Beide Fahrer hatten Glück und wurden nur leicht verletzt. Der Fahrer des Kleintransporters wurde vorsorglich zur Untersuchung in ein Krankenhaus gebracht.

Tino Jansen, holländischer Trucker, war zu dieser Zeit wie auch die Unfallbeteiligten auf der A1 in Richtung Lübeck unterwegs. Er fuhr mit seinem Sattelzug auf dem rechten Fahrtstreifen. Vor ihm fuhr der Sattelzug eines 59-jährigen Deutschen aus Hiddenhausen auf der mittleren Fahrspur. Der Kleintransporter eines 40-jährigen Hamburgers war vermutlich mit hoher Geschwindigkeit auf dem linken Fahrstreifen unterwegs. Aus bislang ungeklärter Ursache verlor der 40-Jährige die Kontrolle über sein mit frischem Fisch voll beladenen Transporter. Er kam ins Schleudern, krachte in den Lkw des 59-Jährigen, drehte sich zweimal um die eigene Achse und kippte dann im seitlichen Grünstreifen auf die Seite.

Trucker Tino Jansen stoppte seinen 40-Tonner und lief sofort zu dem Kleintransporter. Mit einer Brechstange schlug er die Frontscheibe ein und half dem unter Schock stehenden Fahrer aus dem Auto. „Andere Autofahrer haben nur geguckt und sind einfach weitergefahren, ohne zu helfen. Die haben noch nicht einmal gefragt, ob sie etwas tun können“, sagte Jansen. Lkw-Fahrer Harald Kaufmann, der mit seinem Sattelzug 100 Meter Mittelschutzplanke überrollt hatte und schließlich auch auf der Mittelplanke stehen blieb, konnte selbst aus dem Führerhaus klettern. „Ich hatte keine Chance, etwas zu machen, denn der Transporter ist mir direkt bin die Vorderachse gekracht. Da war nichts mehr mit lenken“, sagte Kaufmann, der seit 38 Jahren auf dem Bock sitzt.

Weil man zunächst davon ausging, dass eine Person eingeklemmt sein sollte, schickte die Leitstelle die Feuerwehren aus Bargteheide, Hammoor und Bad Oldesloe auf die Autobahn. Insgesamt waren 13 Einsatzfahrzeuge vor Ort und in den Bereitstellungsräumen. Die Polizei sperrte die A1 zwischen den Anschlussstellen Bargteheide und Bad Oldesloe zunächst in beiden Richtungen voll, weil diverse Trümmerteile in beiden Richtungen auf der Fahrbahn lagen und sich in Richtung Süden schon Folgeunfälle ereignet hatten. Nach etwa einer Stunde wurde in Richtung Süden zunächst ein Fahrstreifen freigegeben.

Wegen der Bergung des Sattelzuges blieb die Richtungsfahrbahn Norden zunächst weiterhin voll gesperrt. Die Beamten der Autobahnpolizei Bad Oldesloe machten deutlich, dass im Bereich der Unfallstelle jeweils der linke Fahrstreifen in beiden Fahrtrichtungen gesperrt bleibe, bis die Schutzplanke wieder repariert sein. Zudem sei damit zu rechnen, dass wahrscheinlich während dieser Zeit eine Geschwindigkeitsreduzierung durch die Autobahnmeisterei eingerichtet werde.

Die Zugmaschine von Harald Kaufmann wurde erheblich beschädigt. Sein gesamter Sattelzug, bis auf zwei leere Paletten unbeladen, war nicht mehr fahrbereit und musste abgeschleppt werden. Der Kleintransporter trug einen wirtschaftlichen Totalschaden davon. Die gesamte Ladung Fisch musste entsorgt werden. Die Autobahn musste im Bereich der Unfallstelle komplett gereinigt werden.

Infos zur aktuellen Verkehrslage finden Sie unter shz.de/verkehr.

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