Bei Badestelle Rolandseck : Dramatische Rettungsaktion: Pferd versinkt im Moor

Nach der Rettung aus dem Moor konnte das völlig erschöpfte Pferd nicht mehr auf eigenen Beinen stehen.
Nach der Rettung aus dem Moor konnte das völlig erschöpfte Pferd nicht mehr auf eigenen Beinen stehen.

An einer besonders schwer zugänglichen Stelle versank Hengst „Spooky“ bis zum Bauch im Moor. Die Einsatzkräfte mussten kreativ sein.

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22. Juni 2015, 07:13 Uhr

Dramatische Rettungsaktion am Sonntagmittag in der Nähe der Badestelle Rolandseck bei Mölln (kreis Herzogtum-Lauenburg): Hengst „Spooky“ steckte im Moor fest und sackte immer tiefer ein. Feuerwehr und Technisches Hilfswerk (THW) kämpften ehrenamtlich sechseinhalb Stunden um das Leben des Tieres und schafften dieses am Ende auch mit Erfolg. Zwischenzeitlich war die Lage für das Tier jedoch sehr kritisch. Die Helfer brauchten ihren gesamten Ideenreichtum.

Eine Reiterin war gegen 12.50 Uhr mit dem Hengst auf einem nur eineinhalb Meter breiten Waldweg in Richtung Lütauer See unterwegs, als das Tier vom Weg abkam und in der angrenzenden Moorfläche sofort einsackte. Aus eigener Kraft konnte sich „Spooky“ nicht mehr aus seiner misslichen Lage befreien. Die verzweifelte Besitzerin alarmierte daraufhin die Feuerwehr. Diese traf nur wenig später zu Fuß am schwer zugänglichen Einsatzort ein. Der Hengst war bei Eintreffen der Rettungskräfte bereits bis zur Mitte des Bauches im Moor versunken.

Alle Versuche den 600 Kilogramm schweren Hengst Mittels einfacher Gerätschaften zu befreien scheiterten und das Tier sackte durch die ständige Eigenbewegung immer tiefer ein. „Um mehr Manpower und geeignetes Gerät an die Einsatzstelle zu bekommen, forderten wir zur Unterstützung einen Tierarzt sowie das THW aus Mölln an“, so der Möllner Wehrführer Sven Stonies. Gemeinsam entschieden die Einsatzkräfte zwei weitere Mehrzweckzüge im Moorgebiet einzubauen sowie das Tier von unten mit Sandsäcken zu unterfüttern. Mit dieser Technik wurde das Pferd zunächst gegen ein weiteres Versinken geschützt und später auch aus dem Moor gehoben.

Anschließend konnte der Hengst so schwebend über dem Weg gehalten werden – aus eigener Kraft konnte der Hengst nicht mehr stehen. Um das mittlerweile durch den Tierarzt betäubte Pferd abzutransportieren, bauten die THW-Kräfte ein Rollwagen aus Gerüstteilen. „Auf dieser Eigenkonstruktion konnte der 11 Jahre alte „Spooky“ durch die 45 Einsatzkräfte von Feuerwehr und THW gemeinsam einen 400 Meter langen Sandweg bis hin zum Rolandseck geschoben und gezogen werden“, erklärt Sven Stonies.

Nachdem das Tier dort langsam wieder zu sich kam, richtete es sich eigenständig wieder auf und konnte sich, wenn zunächst auch etwas wackelig, wieder auf den Beinen halten.

Hengst-Moor-Mölln.jpg
Christian Nimtz

„Dieser Einsatz geht gewiss in die Geschichte der Möllner Feuerwehr ein und war nicht mit schwerer Technik sondern vielmehr mit menschlichem Verstand, erstklassiger Zusammenarbeit und viel Improvisation zu schaffen“, berichtet der sichtlich erschöpfte Stonies nach dem Einsatz an der Wache. Was keine 1000 Worte beschreiben können aber jeder versteht der ähnliches einmal geleistet hat sah man Stonies in seinen Augen an. „Ich bin sehr stolz und beeindruckt über die geleistete Arbeit aller Helferinnen und Helfer“, so der sichtlich glückliche Feuerwehrchef.

Alle Einsatzkräfte aber natürlich auch die Besitzerin waren überglücklich das diese schwierige und außergewöhnliche Rettung nach sechseinhalb Stunden dennoch ein gutes Ende nahm. „Dieser Einsatz der länger als manches Großfeuer gedauert hat, lag an ein geografisch so ungünstigen Stelle wie es hoffentlich kein zweites Mal vorkommt“, sagte Sven Stonies erleichtert.

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