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Stormarner Tageblatt

12. Dezember 2017 | 19:30 Uhr

Fremde Welt : Mein wunderbares Jahr in Kroatien

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Kira Bastian aus Reinfeld lebte in Gastfamilien, lernte die Sprache und fand viele neue Freunde

Die Idee, ein Jahr lang in einem anderen Land zu leben, die Sprache zu erlernen und einfach etwas Außergewöhnliches zu machen, fand ich von Anfang an ziemlich interessant. Aus dieser Idee wurde Wirklichkeit, und so fand ich mich vor gut einem Jahr in einem Flugzeug mit dem Ziel Zagreb (Kroatien) wieder. Ich startete also in mein Abenteuer Schüleraustausch mit der Organisation AFS Interkuluturelle Begegnungen e. V. Ich war sehr aufgeregt und spürte Abenteuerlust, die Begeisterung für das Fremde, aber auch so etwas wie Angst.

Heute, fast ein Jahr später und wieder in Deutschland angekommen, blicke ich auf mein Jahr zurück. Es war – vereinfacht gesagt – ein riesiges Erlebnis mit vielen prägenden Erfahrungen und tollen Menschen. In diesem Jahr habe ich so vieles über die Welt, über Deutschland, über das Leben und am meisten über mich selbst gelernt. Die längste Zeit habe ich in Zagreb, der Hauptstadt, gelebt und bin dort zur Schule gegangen. Ich lebte in Gastfamilien und wurde mit offenen Armen als eine weitere Tochter aufgenommen.

Die kroatische Kultur und Mentalität hat mich gefangen genommen. Am Anfang dachte ich, dass es in Kroatien nicht so viele Unterschiede zu Deutschland gibt, aber jeden Tag, den ich länger dort war, bemerkte ich die Unterschiede mehr und mehr. Diese sind nicht unbedingt so auffällig, wie sie es vielleicht in anderen Ländern wären: Aber wenn man genau darauf achtet, fällt einem sehr vieles auf. Die Schule zum Beispiel war wechselnd eine Woche am Morgen und eine Woche am Nachmittag. Das war für mich sehr cool und ungewohnt. Die Offenheit, mit der man auf fremde Menschen zugeht, hat mich von Anfang an fasziniert und ich denke auch verändert. Nicht selten kam es vor, dass mich fremde Leute beim Warten auf den Bus angesprochen haben. Einmal wurde sich aus reinem Interesse nach der Gesundheit meiner Großmutter erkundigt! Die nationale Sportbegeisterung, nicht nur für Fußball, auch für Handball, Ski, Wasserball oder Basketball hat mir gut gefallen. Mit Freunden trifft man sich in Kroatien meistens in Cafés. Dort erfährt und bespricht man das Neueste, und nicht selten hält man sich für Stunden dort auf.

Ich brauchte Zeit, um mich an den Kaffee und das Ritual zu gewöhnen. Doch jetzt ist es ganz normal für mich, und ich wundere mich in Deutschland über die leichte Unruhe meines Gegenübers nach nur eineinhalb Stunden vor einer Tasse Kaffee.

Kroatien besitzt eine atemberaubende Natur. Nicht nur die Küste kann ich empfehlen, sondern auch die zahlreichen Nationalparks und die Berge im Norden. Durch meine Familien war es mir möglich, sehr viel vom Land zu sehen. So war ich an der Küste, in National Parks und in vielen Städten. Erst vor ein paar Wochen besuchten wir die kleinste Stadt der Welt namens „Hum“ in Istrien im Südwesten Kroatiens.

Ab 1. Juli dieses Jahres ist Kroatien der 28. Mitgliedsstaat der Europäischen Union geworden. Die Vorbereitungen für den Beitritt zu erleben, war für mich besonders interessant. Die große Feier habe ich live auf dem Hauptplatz Zagrebs verfolgt.

Zusammenfassend kann ich sagen: Kroatien ist ein Land mit tollen Menschen, einer wunderschönen Natur, einer hübschen Hauptstadt – und mein zweites Zuhause. Ich bin sehr glücklich, dass ich so etwas erleben durfte und unglaublich dankbar all denen, die mir dieses ermöglicht haben. Diese Zeit war mein Jahr, mein Jahr in Kroatien und die beste Idee meines Lebens.

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