Mehr Teilhabe für Behinderte

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17. Juni 2014, 15:29 Uhr

Wie kommt man als Rollstuhlfahrer ins Kino oder ins Theater? Seit 1982 bietet der Kreis Stormarn einen Fahrdienst für Behinderte an, die nicht in der Lage sind, Bus und Bahn zu nutzen. „Wir erreichen aber nur eine relativ geringe Zahl. Das möchten wir gerne ändern“, sagt Sozialamtsleiterin Imke Colshorn.

67 Schwerbehinderte haben im vergangenen Jahr knapp 530 Fahrten geordert. Partner des Kreises ist der ASB, der für die Abwicklung einen Pauschalbetrag von 41 000 Euro im Jahr erhält. Die Selbstbeteiligung beträgt 2,56 Euro für Hin- und Rücktour. „Die Nutzer kommen vor allem aus den größeren Städten, im ländlichen Bereich sind die Zahlen eher rückläufig“, so Imke Colshorn, sie vermutet dass viele dieses Angebot des Kreises gar nicht kennen.

Möglich sind einmal in der Woche Fahrten im Umkreis von bis zu 50 Kilometern um den Wohnort. Termine müssen zwei Tage vorher mit dem ASB vereinbart werden. Die Berechtigungsbescheide stellt der Kreis-Fachdienst Sonstige Soziale Leistungen aus. „Das ist ein Baustein für Lebensqualität in Stormarn“, sagt Landrat Klaus Plöger, „die Alternative hätte auch sein können, dass man es einspart. Es ist aber gut angelegtes Geld.“

Eine Einschränkung gibt es allerdings dennoch: Das Angebot gilt nicht für Rollstuhlfahrer in Heimen oder betreuten Wohngruppen. Imke Colshorn: „Das Ziel ist eine Teilhabe dieser Menschen am gesellschaftlichen Leben. Die muss in den Einrichtungen durch die Häuser sichergestellt werden.“

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