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Stormarner Tageblatt

23. September 2017 | 21:50 Uhr

Bad Oldesloe : Mehr Stellen als Bewerber

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Auch wenn nicht jeder seinen Traumjob findet: Bei der Lehrstelle haben Jugendliche große Auswahl

von
erstellt am 31.Mai.2016 | 10:52 Uhr

Der doppelte Abiturjahrgang ist ein Grund, dass die Zahl der Bewerber für eine Ausbildungsstelle stärker zunahm als die Zahl der Lehrstellen. 1283 Ausbildungsstellen haben die Stormarner Unternehmen in diesem Jahr bislang gemeldet, 4,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Zahl der interessierten Jugendlichen stieg um 12,5 Prozent auf 1151. Absolut sind das allerdings immer noch weniger als gesucht werden.

„Der Ausbildungsmarkt ist weiterhin ein Bewerbermarkt“, sagt Heike Grote-Seifert, Chefin der Oldesloer Arbeitsagentur, „das Angebot für die Jugendlichen ist unverändert gut und die Unternehmen engagieren sich stark.“ In Hamburg und Lübeck liegt die Zahl der offenen Stellen sogar noch deutlicher über der Bewerberzahl als in Stormarn.

In beiden Hansestädten zusammen haben die Unternehmen 12  783 Lehrstellen gemeldet. Es haben sich aber nur 8968 Interessierte gemeldet. Nur im Herzogtum Lauenburg ist die Zahl der Jugendlichen mit 1085 größer als die Zahl der Stellen (750). Fazit von Grote-Seifert: „In der Region gibt es ein breites Angebot, engagierte Betriebe und sehr gute berufliche Perspektiven nach der Ausbildung.“

Die zusätzlichen Abiturienten seien eine Chance für Unternehmen. Von denen klagen viele über rückläufige Bewerberzahlen. Hauptgrund dafür ist der Trend, länger zur Schule zu gehen und möglichst die Hochschulreife zu erwerben. Das zeigt sich nicht nur dieses Jahr in der Statistik: Die Zahl der Bewerber mit Realschulabschluss geht seit längerem zurück. Abitur oder Fachhochschulreife sind nicht zwingend Voraussetzung für einen erfolgreichen beruflichen Werdegang. Auch mit einer betrieblichen Ausbildung stehen alle Karrierechancen offen“, sagt Grote-Seifert, zumal ein Berufsabschluss gleichzeitig als Realschulabschluss gilt und die Weiterbildung zum Betriebswirt, Meister oder Techniker ermöglicht.

An die Unternehmen appelliert sie, auch schwächeren Bewerbern eine Chance zu geben, ihr Können unter Beweis zu stellen: „Viele zeigen in der betrieblichen Praxis Fähigkeiten, die sich nicht in ihren Schulnoten widerspiegeln.“

Die Agentur bietet Einstiegsqualifizierungen, Stützunterricht und sozialpädagogische Betreuung sowie seit vergangenem Jahr auch eine „assistierte Ausbildung“ an, bei der Jugendliche durch einen Coach unterstützt werden. Gespräche und kontinuierliche Betreuung sollen helfen, frühzeitig Schwierigkeiten zu erkennen und die Ausbildung gemeinsam mit dem Betrieb zum Erfolg zu führen.

Die größte Herausforderung sei jetzt aber die Integration junger Flüchtlinge. Weniger als zehn Prozent seien in der Lage, eine Ausbildung zu absolvieren, schätzt die Agenturchefin. Die meisten würden vier bis fünf Jahre oder sogar länger brauchen, bevor sie vermittelt werden könnten. „Viele von ihnen sind sprachlich noch nicht so weit, dass sie eine duale Ausbildung aufnehmen könnten. In den schulischen und ausbildungsvorbereitenden Angeboten können sie die notwendigen sprachlichen Grundlagen und Kenntnisse erwerben. Erste Erfahrungen zeigen, dass sie ganz überwiegend eine hohe Motivation mitbringen“, so die Agenturchefin.

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