Bad Oldesloe : Mehr Platz für immer mehr Kinder

Zufrieden mit der Entwicklung des Ganztagsbetriebs: (v. li.) Steffi Söhndel, Birgit Reimann, Susanne Gottwald-Haas und Andrea Kefrig-Blase.
Zufrieden mit der Entwicklung des Ganztagsbetriebs: (v. li.) Steffi Söhndel, Birgit Freimann, Susanne Gottwald-Haas und Andrea Kefrig-Blase.

Der Offene Ganztagsbetrieb unter Oase-Regie verzeichnet deutlich mehr Anmeldungen. Der Personal- und der Raumbedarf steigen dadurch beträchtlich.

Andreas Olbertz. von
20. Juli 2018, 06:00 Uhr

Vier Jahre ist es mittlerweile schon her, da hat die Oase die Betreuung des Offener Ganztags an der Klaus-Groth-Schule und der Grundschule West übernommen. Mit 50 Kindern im Westen und 70 an der KGS ging es los. Nach dem ersten Halbjahr stiegen die Anmeldezahlen bereits um 20 Prozent. „Da habe ich mich noch gefreut“, blickt Andrea Kefrig-Blase zurück. Das aktuelle Halbjahr wurde mit 95 Kindern im Westen und 192 an der KGS beendet. Natürlich freut sich die Oase-Chefin immer noch, doch es zeigen sich auch deutliche Probleme. „Praktisch wirkt es sich so aus, dass wir viel mehr Räume brauchen und auch mehr Personal“, erklärt sie. Mit neun Leute wurde seinerzeit gestartet, inzwischen beschäftigt die Oase 25 Mitarbeiter in diesem Bereich – zum Teil fest, zum Teil als Honorarkräfte.

Und die Situation wird sich mit dem neuen Schuljahr noch verschärfen. An der KGS gehen drei vierte Klasse ab, aber die Erstklässler starten vierzügig. Bei der Oase geht man davon aus, dass die Zahl der Anmeldungen auf 230 steigen wird. Für den zusätzlichen Klassenzug werden also Schule und Offener Ganztag höheren Raumbedarf haben. Über mögliche Lösungen soll der Sozialausschuss im September beraten. Andrea Kefrig-Blase stellt vorsorglich schon mal klar: „Ich will nicht mehr Geld für die Oase, sondern Platz für die Kinder.“

Es gehört zum pädagogischen Konzept des Angebots, dass Erst- und Zweitklässler feste Räume als Anlaufstationen haben. „Die sind noch klein. Die Größeren wissen dann schon, wie der Hase läuft“, begründet sie diese Haltung. Etliche Räume werden bereits jetzt doppelt genutzt. Das bedeutet für die Mitarbeiter, dass sie um 11.30 Uhr mit gepackten Kisten vor den Klassenzimmer stehen, alles schnell für ihren Bedarf herrichten und abends zurückbauen müssen.

Im Westen nehmen 50 Prozent der Eltern das Angebot an, an der KGS sind es 67 Prozent. Bei einer Umfrage vor drei Jahren gaben noch zwölf Prozent an, nicht berufstätig zu sein, jetzt seien es nur noch drei Prozent. „Inzwischen kommt ja auch die erste Generation Krippenkinder“, erläutert Birgit Freimann, Ganztagsleiterin an der KGS: „Die sind das gewohnt.“ Ansonsten ergab eine Umfrage unter den Eltern hohe Zustimmungswerte. Andrea Kefrig-Blase: „Fast 100 Prozent sagen, dass sie uns weiter empfehlen, und die Kinder kommen alle gerne.“

Natürlich gebe es auch Kritik. Hausaufgabenbetreuung ist ein Punkt, wo die Erwartungshaltung der Eltern gelegentlich nicht mit dem Ansatz der Oase korrespondiert. „Manchmal habe ich den Eindruck, die Kinder sollen unbedingt das erreichen, was die Eltern nicht geschafft haben“, schildert Birgit Freimann ihren Eindruck. Die Hausaufgabenbetreuung sei keine Nachhilfe und Druck werde auch nicht aufgebaut. „Wir geben den Raum und beantworten Fragen“, stellt die Chefin klar: „Die Endverantwortung liegt weiterhin bei den Eltern.“

Die nachmittäglichen Abholzeiten gäben auch immer mal wieder Anlass zu Diskussionen. Im Offenen Ganztag gibt es feste Zeiten, an denen die Kinder abgeholt werden können oder nach Hause gehen dürfen. „Wenn wir das aufweichen, ist keine pädagogische Arbeit mehr möglich“, erklärt Freimann und Andrea Kefrig-Blase ergänzt: „Von den 45 Minuten sind doch ohnehin nur 35 wirklich ruhig.“ Sie hofft, dass die Eltern einsehen, dass die aktuelle Regelung gut sei.

Der Offene Ganztag setzt sich aus zwei Teilen zusammen. Eltern können für ihre Kinder individuell Betreuungstage buchen. Das kostet 22,50 Euro pro Tag monatlich und deckt auch die verbindliche Teilnahme an Kursen ab. Alternativ können die Eltern aber auch lediglich Kurse für ihre Kinder buchen. Egal ob beispielsweise töpfern, trommeln oder Judo – es werden 40 Kurse an jeder Schule angeboten – kostet die Teilnahme 48 Euro pro Kurs und Halbjahr. Kritik an den Preisen, die von der Stadt festgesetzt werden, gebe es nicht. „Im Gegenteil“, so Steffi Söhndel, Leiterin im Westen: „Die Eltern der Erstklässler sind die Kindergartenbeiträge gewohnt und freuen sich.“

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