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Stormarner Tageblatt

20. Oktober 2017 | 22:21 Uhr

Bad Oldesloe : Mehr Personal für Kitas

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Verfügungszeit für Erzieherinnen in Kindergärten steigt auf bis zu 36 Prozent. Das verursacht 245 000 Euro an Mehrkosten. Daran werden ab 2018 die Eltern beteiligt.

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erstellt am 10.Nov.2015 | 06:00 Uhr

Die Kuh ist vom Eis, die von einigen Trägern angedrohte Zwangsschließung von Kindergärten in Bad Oldesloe im kommenden Jahr ist vom Tisch. Die Mitglieder des Sozialausschusses stimmten mit breiter Mehrheit für einen mühsam ausgehandelten Kompromiss. Damit setzt Bad Oldesloe als erste Stadt im Kreis Maßstäbe.

Erzieherinnen in Kindergärten haben immer mehr Aufgaben zu erfüllen. Sie arbeiten nicht nur am Kind, sonder müssen auch Fortbildungen besuchen, die Arbeit vorbereiten, dokumentieren und mit Eltern darüber Gespräche führen – 20 Prozent ihrer Arbeitszeit sind für derartige Tätigkeiten vorgesehen. Verfügungszeit nennt sich das. Dass die vorne und hinten nicht reicht, haben die Träger ausführlich dargelegt. Seit 2013 wird über eine Lösung des Dilemmas diskutiert. Lange Zeit tat sich nichts, aber als die Träger drohten, die Schließzeiten auf bis zu sechs Wochen auszudehnen und 600 Kinder vor der Tür stehen zu lassen, kam Bewegung in die Debatte.

Die Lösung setzt sich aus mehreren Teilen zusammen. Eine bereits im September 2014 bewilligte Stundenaufstockung wird ab 1. Januar auf die Verfügungszeit angerechnet. Damit steigt die Verfügungszeit von 20 auf 17 Prozent. Das reichte den Trägern aber nicht. Deshalb wird die Verfügungszeit zusätzlich um weitere fünf Prozent ab Januar erhöht. 2018 folgen nochmals vier Prozent auf den 36 Prozent.

„Was mich beeindruckt hat, war die Auflistung der zusätzlichen Arbeiten“, warb Gudrun Möllnitz für den Vorschlag: „Dass das neben der eigentlichen Arbeit am Kind nicht geht, muss jedem klar sein.“ Die anderen Fraktionen äußerten sich fast gleichlautend. Lediglich Annelie Strehl (FBO) scherte aus dem Chor aus. „Der Kreis ist der Ansprechpartner, nicht die Stadt“, machte sie deutlich: „Die Mehrkosten kommen zu den Schulden noch dazu.“

Die Erhöhung der Verfügungszeit kostet die Stadt gut 245  000 Euro. 2017 kommt dieser Betrag noch mal dazu. Zusammen mit der Tariferhöhung kosten die Kindergärten die Stadt dann jährlich rund 4,5 Millionen Euro. Ab 2018 erhöhen sich die Mehrkosten wegen der zusätzlichen vier Prozent Verfügungszeit auf knapp 280  000 Euro. Ab dann müssten aber auch höhere Elternbeiträge gegengerechnet werden. Denn die Mehrkosten von 2016 schlagen sich dann mit 37,5 Prozent nieder.

Zusätzlich wurde beschlossen, die teuerste Beitragsstufe (R1) bei den Krippen zu streichen. Das verursacht der Stadt Mehrkosten von 40  000 Euro.

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