Bad Oldesloe : Mehr Patienten in der Notaufnahme

Tropisch heiß: 45 Grad zeigte dieser Gradmesser gestern in der Oldesloer Fußgängerzone.
1 von 2
Tropisch heiß: 45 Grad zeigte dieser Gradmesser gestern in der Oldesloer Fußgängerzone.

Die Hitze verursacht Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel. Viele suchen Hilfe in der Notaufnahme des Kran kenhauses.

Andreas Olbertz. von
27. Juli 2018, 06:00 Uhr

Der Deutsche Wetterdienst hat seit Mittwoch eine amtliche Hitzewarnung für den Kreis Stormarn herausgegeben. Mindestens bis Donnerstagabend, sei mit einer „starken Wärmebelastung“ zu rechnen. Laut Prognosen sind aber für Samstag trotz möglicher Gewitter noch 32 Grad angesagt. Die ungewöhnlich hohen Temperaturen machen sich auch in der Zentralen Notaufnahme der Asklepios Klinik Bad Oldesloe bemerkbar: „Wir haben ein erhöhtes Patientenaufkommen in der Notaufnahme, gerade bei Kreislaufproblemen und Dehydrierungen, also Wassermangel“, sagt Gesundheits- und Krankenpflegerin Maike Meyer-Dircks, zurzeit Bereichsleiterin der Zentralen Notaufnahme.

Gerade Patienten mit Grunderkrankungen wie Bluthochdruck oder Herzproblemen seien besonders belastet. Während die Oldesloer Notaufnahme an weniger heißen Tagen zwischen 20 und 30 Patienten am Tag verzeichnet, behandelten die Ärzten jetzt bis nachmittags schon rund 40 Frauen und Männer, darunter gut ein Viertel Patienten, die über starke Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel oder auch über Luftnot klagten.

„Ältere Menschen unterschätzen häufig die Anstrengungen bei der Gartenarbeit“, sagt Maike Meyer-Dircks, Jüngere würden oft die Auswirkungen der Hitze beim Sport verkennen.

Dr. Peter Wellhöner, Ärztlicher Direktor und Chefarzt Innere Medizin und Gastroenterologie, rät allen Menschen unabhängig von ihrem Alter viel zu trinken: „Das ist das A und O bei dem Wetter.“ Beim Schwitzen könnten schnell einige Liter Flüssigkeit und mit ihr Kochsalz sowie Kalium und Magnesium verloren gehen. Darunter leide dann der Kreislauf. „Etwa drei bis vier Liter über den Tag verteilt, sollte ein gesunder Mensch an einem heißen Tag trinken, wenn er sich draußen aufhält“, sagt Dr. Wellhöner.

Allerdings könnten diese Mengen für Patienten mit Herzschwäche oder Nierenleiden aber bereits kritisch sein. Daher rät Dr. Wellhöner Betroffenen, mit ihrem behandelnden Arzt zu klären, welche Flüssigkeitsmengen in ihrem persönlichen Fall unbedenklich sind.

Aufgrund der prognostizierten anhaltenden Hitze empfiehlt der Asklepios-Arzt Jung und Alt soweit möglich, „Dolce Vita“. „Direkte Sonneneinstrahlung sollte man vermeiden und über die Mittagsstunden lieber im Haus bleiben. Aktivitäten sollten in die frühen Morgen- oder in die Abendstunden verlegt werden. Setzen Sie sich nicht der prallen Sonne aus und tragen Sie eine Kopfbedeckung. Wichtig ist, mehr als sonst zu trinken sowie Alkohol zu meiden. Beim Essen sollte eine leichte Kost wie Gemüse, Fisch und Obst bevorzugt werden.“

Allerdings ist längst nicht jeder, der unter der Hitze leidet gleich ein Fall für die Notaufnahme. Die komme nämlich bei fünf Betten auch schnell an ihre Kapazitätsgrenzen. Oftmals reiche ein Besuch beim Hausarzt oder, wenn der geschlossen hat, in der Anlaufpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung (KV)im Krankenhaus.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen