Mehr Gewerbe in Südost – aber nicht unter WAS-Regie

Sind optimistisch: Landrat Henning Görtz und WAS-Geschäftsführer Detlev Hinselmann.
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Sind optimistisch: Landrat Henning Görtz und WAS-Geschäftsführer Detlev Hinselmann.

WAS gibt Kaufpläne auf und überlasst die Vermarktung dem Eigentümer / Positive Jahresbilanz

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10. Januar 2018, 12:23 Uhr

So schlecht war die Bilanz der kreiseigenen Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn (WAS) seit 2012 nicht. Aber was heißt schon schlecht: 2012 waren, genauso wie jetzt, 22 Unternehmen um- oder angesiedelt worden. Dann folgten Rekordjahre mit bis zu 28 Ansiedlungen. So viele hätten es im vergangenen Jahr vielleicht auch sein können – wenn es die entsprechenden Flächen in Stormarn gegeben hätte.

„Wir haben ein recht gutes Jahr erlebt“, sagt WAS-Geschäftsführer Detlev Hinselmann, „die spannende Frage ist die Entwicklung von Gewerbeflächen.“ Das wird im kleinen Stormarn immer schwieriger, vor allem in den Hamburg nahen Bereichen. Dort ist die Nachfrage besonders groß, aber das Angebot knapp. Allerdings wird sich 2018 dort einiges bewegen.

Im ersten länderübergereifenden Gewerbegebiet auf Rahlsteder und Stapelfelder Gebiet – Viktoria- und Minerva-Park – soll es zur Jahresmitte Baurecht geben. In Barsbüttel wartet man auf die Erlaubnis für die Erweiterung bei Möbel-Höffner. Und in Reinbek läuft das zweijährige Moratorum für Haidland aus, so dass auch dort weitergeplant werden kann.

In Bad Oldesloe hatte es ebenfalls Stillstand gegeben, aber aus ganz anderen Gründen. Im hinteren Bereich des erweiterten Gewerbegebiets Süd-Ost hatte sich mehr als zehn Jahre nichts getan, nachdem Kamps sich beim Weggang aus Meddewade nicht für Bad Oldesloe, sondern für Lüdersdorf entschieden hatte.

Die Fläche hatte die WAS nie erworben: Der Besitzer wollte selbst investieren und erschließen. Das kann er jetzt in größerem Maßstab. Nachdem jahrelange Kaufverhandlungen erfolglos geblieben waren, überlässt die WAS das Gebiet dem Eigentümer zur Entwicklung und hat ihren bis zu 15 Meter breiten Streifen auf der nördlichen Seite der Teichkoppel verkauft, ohne den eine verkehrliche Erschließung nicht möglich ist.

„Irgendwann muss man realisieren, dass etwas so ist. Wichtig ist, dass in Bad Oldesloe wieder Gewerbeflächen zur Verfügung stehen“, sagt Landrat Henning Görtz, kraft Amtes Vorsitzender des WAS-Aufsichtsrats. „Es gibt zurzeit die Nachfrage, und es kann weitergehen“, so Detlev Hinselmann.

Groß ist die Nachfrage in Ahrensburg, wo die Erschließung der Beimoor-Süd-Erweiterung in die Endphase geht. „Vier Verträge sind unterschrieben, und wir haben eine Liste mit Reservierungen vor allem von Ahrensburger Unternehmen“, sagt Hinselmann. Für die 22 Hektar will die WAS passende Unternehmen aussuchen. „Es ist weder unserer noch das Ziel der Stadt, die Flächen möglichst schnell zu verkaufen. Aber die Nachfragesituation ist so gut, dass wohl keine zehn oder 15 Jahre dauert, bis das Gebiet voll ist.“

Nicht nur dort legen die Wirtschaftsförderer Wert auf einen Branchenmix und möglichst . Die 22 Ansiedlungen im vergangenen Jahr waren elf Erweiterungen und vier Umsiedlungen. Sieben Unternehmen kamen neu nach Stormarn. „Standortsicherung und -entwicklung haben für uns oberste Priorität“, sagt Hinselmann. Neben geeigneten Gewerbeflächen sind auch Fachkräftemangel und eine verkehrliche unbefriedigende Situation „Herausforderungen, was die wirtschaftliche Entwicklung des Kreises“, so Görtz: „Deshalb bin ich froh, dass man mehr über den Tellerrand schaut und auch in Kiel für solche Frage sensibilisiert ist.“

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