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Stormarner Tageblatt

17. Dezember 2017 | 19:23 Uhr

Mehr Geld für Orchesterarbeit

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Erfolgreiches Engagement seit Jahrzehnten: Kooperation soll auf ein neues vertraglich geregeltes Fundament gestellt werden

Stormarner Kulturhauptstadt und ein Ort, den auch Hamburger wegen des Kulturangebots besuchen – das ist eines der erklärten Ziele von Ahrensburgs Bürgermeisters Michael Sarach für seine Stadt. Schon längst ist das kulturelle Geschehen in der Schlossstadt über die Kreisgrenzen hinaus bekannt. Und in diesem Bereich gehören die beiden an der Stormarnschule beheimateten Jugendorchester und vor allem das Stormarner Jugendsinfonieorchester seit Jahrzehnten zu den Aushängeschildern. In allen drei Orchestern kommen Talente aus Ahrensburg, aber auch aus dem Umland zur Entfaltung. Als wäre es eine Selbstverständlichkeit arbeiten die Stadt, die Stormarnschule, der Förderverein und die Volkshochschule zusammen. Doch es ist nie schriftlich fixiert worden, wie diese Kooperation genau aussieht. Das soll sich auf Wunsch der Verwaltung nun ändern.

Auch Jens Voß, Vorsitzender des Vereins „Jugendorchester“, befürwortet eine vertragliche Überarbeitung der Zusammenarbeit. „Es gab nach der Gründung des Orchesters 1968 die Überlegung, das Orchester kommunal zu betreiben. Doch daraus wurde nichts. 1973 beschloss man die Kooperation im Rahmen einer gemeinsamen Art von Musikschule. Allerdings wurde auch das nie vertraglich festgehalten“, so Voß. „Außerdem hat sich die Jugendmusikszene seit 1973 tatsächlich auch sehr verändert, so dass eine Überarbeitung des Konzepts Sinn macht. Ich sehe das als Chance für noch mehr Planungssicherheit“, sagt Voß.

Die Stadt stellt aktuell jedes Jahr 4700 Euro Unterrichtsbeihilfe zur Verfügung, damit auch Kindern der Instrumentalunterricht ermöglicht werden kann, die sich das nicht leisten können. „Der Verein würde sich wünschen, dass dieser Betrag auf 15  000 Euro im Jahr erhöht wird. Denn aktuell können wir nicht mal zehn Prozent der entstehenden Kosten durch die städtische Beihilfe abdecken“, führt der Vorsitzende aus. „Wenn finanziell nicht so gut situierte Familie gleich mehrere musikalische talentierte Kinder haben, wird dort mehr Förderung notwendig.“ Deshalb sei es wichtig, sich über die Richtlinien zu unterhalten. „Bisher sind die nicht festgelegt“, so Voß. Ob die Lokalpolitiker beispielsweise bereit sind, ein Oldesloer Kind zu fördern, das im Jugendsinfonie-Orchester spielt, sei noch nicht ausdiskutiert. „Wir haben nicht so viel Kontakt zu den Fraktionen, daher ist eine Einschätzung schwer“, sagt Voß. „Ich finde allerdings, dass die Orchester durchaus zum guten Ruf Ahrensburgs im Kulturbereich beitragen und das ist ein echter Standortfaktor. Familien denen es wichtig ist, dass ihre Kinder im klassischen Bereich gefördert werden, entscheiden sich durchaus eher für einen Umzug hierher, weil es diese Möglichkeiten gibt“, erklärt Voß.

Sein Verein wünsche sich daher auch noch eine erhöhte finanzielle Unterstützung im Bereich des seit 1986 alle zwei Jahre stattfindenden „Kammerorchster-Festivals“, das 2016 das nächste Mal geplant ist. „Die bisher 3000 Euro Unterstützung sollten möglichst auf 5000 Euro angehoben werden, damit die Finanzierung auch zukünftig gesichert ist“, wünschen sich Voß und seine Mitstreiter.

„Es ist mir allerdings wichtig zu sagen, dass es in all den Jahren keine Probleme mit der Stadt gab. Wir bekommen die Räumlichkeiten gestellt und die Unterstützung war immer da“, betont der Vorsitzende.

Jetzt sei die Gelegenheit, Planungssicherheit zu schaffen.Vertrag und Konzept sollen im Ahrensburger Bildungs- Kultur- und Sportausschuss am Donnerstag, 5. März, diskutiert werden.

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