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Stormarner Tageblatt

24. August 2017 | 05:28 Uhr

Ab in die Tonne : Mehr Biomüll senkt Gebühr

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Donnerstag berät der Kreis-Umweltausschuss über neue Entgeltsatzung für Müllentsorgung. Angeblich soll sie "gerecht" und "toll" werden.

Bei den Müllgebühren ändert sich im nächsten Jahr zwar nicht alles, aber sehr viel. Weil in Trittau eine Vergärungsanlage zur Strom- und Gaserzeugung aus Bioabfall gebaut wurde, sollen Garten- und Küchenabfälle deutlich billiger, die Restmülltonne teurer werden. Die neue Entgeltsatzung soll ab Januar gelten, an diesem Donnerstag befasst sich der Umweltausschuss des Kreises mit dem Thema (18 Uhr, Raum D 132, Mommsenstraße 11).

„100 Prozent gerecht“ und „toll“ nennt die AWSH ihr neues Tarifsystem, das künftig aus einem Grund- und einem Leistungsentgelt besteht. Mit dem Grundentgelt – monatlich 87 Cent je Grundstück und 99 Cent je Person – sollen die Recyclinghöfe, Sperrmüll- und Elektroschrottsammlungen sowie Kundenberatung und Servicetelefon finanziert werden. Die Leistungsgebühr hängt von der gewählten Tonne ab. „Das Tolle“ sei, dass 80 Prozent der Kunden ihre Rechnung mindern oder mindestens gleichhalten können, wenn sie ihren Abfall konsequent trennen, verlautet von der AWSH.

Wesentlich günstiger – wegen Trittau und weil politisch gewollt – wird der Biomüll. Die 80 Liter-Tonne kostet dann bei zweiwöchentlicher Abfuhr 2,35 statt 5,83 Euro im Monat. Der Restmüll wird etwas teurer: 8,51 statt 8,25 Euro. Für extreme Müllvermeider wurde zudem die Mindestmenge auf fünf Liter je Person und Woche reduziert, so dass sich Ein-Personen-Haushalte dann die 40-Liter-Tonne mit achtwöchentlicher Abholung wählen können. Für vier Personen sind 80 Liter vierwöchentlich möglich.

Wer seine bisherigen Tonnen behalten will, wird ungefähr auf dem alten Preis landen. „Wir haben ausgerechnet, dass es grundsätzlich für 60 Prozent unserer Kunden günstiger wird“, sagt AWSH-Sprecher Olaf Stötefalke, „wenn man optimiert, können 80 Prozent Geld sparen.“ Beispiel: Zurzeit kostet die Kombination 80 Liter Restmüll und 80 Liter Bioabfall bei zweiwöchiger Abfuhr 14,08 Euro. Künftig sind es 10,86 Euro. Dazu kommt allerdings noch das Grundentgelt: Bei zwei Personen 2,85 Euro, bei vier 4,83 Euro. Eine Familie mit zwei Kindern würde so erstmal bei bei 15,79 Euro landen, also über dem alten Preis. Allerdings gibt es noch eine Rückerstattung von 53 Cent pro Person, weil die AWSH mit den Recyclingstoffen Geld verdient. Das wären dann 13,67 Euro. Weil auch Altpapier Geld bringt, gibt es weitere 19 Cent Rückerstattung für alle, die eine blaue 240 Liter Tonne bestellen.

Weitere 25 Cent im Monat lassen sich damit sparen, dass man mehr Abfall erzeugt – wenn es Bio ist. Wer statt der beiden 80-Liter Tonnen 60 Liter Rest- und 120 Liter Biomüll wählt, kommt inklusive der Rückerstattungen auf monatlich 13,23 Euro. Normalerweise kostet ein Tonnewechsel zehn Euro. Da die Entgeltstruktur komplett umgestellt wird und die Bioabfall-Verwertung intensiviert werden soll, „werden wir den Wechsel kostenfrei anbieten“, so Stötefalke.

Am liebsten sähe es die AWSH auch, wenn alle Kunden auf vierwöchentliche Abholung umstellten, weil das die Fixkosten stark senken würde. Laut Sitzungsvorlage wären 80 Liter alle vier Wochen mit fast sechs Euro aber wesentlich teurer als 40 Liter alle zwei Wochen (4,26 Euro). Dabei soll es aber nicht bleiben. „Es ist ein Kopierfehler“, sagt Olaf Stötefalke, „die Gebühren werden vergleichbar sein“.

 

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erstellt am 22.Okt.2013 | 06:00 Uhr

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