Stormarn : Mehr als 200 Sturmeinsätze

Glück im Unglück: Dieser große Baum auf dem Oldesloer Exer traf lediglich ein Fahrzeug, verletzt wurde niemand.
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Glück im Unglück: Dieser große Baum auf dem Oldesloer Exer traf lediglich ein Fahrzeug, verletzt wurde niemand.

„Herwart“ hält die Feuerwehren in ganz Stormarn auf Trab und legt den Zugverkehr komplett lahm.

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29. Oktober 2017, 18:29 Uhr

Vier Wochen nach dem Sturmtief „Xavier“ hat „Herwart“ wieder viele Bäume entwurzelt für Einsätze der Rettungskräfte gesorgt und den Zugverkehr gestoppt. Auch wenn sich die Windgeschwindigkeiten mit rund 100 km/h sogar noch in Grenzen hielten, zählte die Integrierte Regionalleitstelle Süd (IRLS) in Bad Oldesloe mehr als 200 Einsätze. In den meisten Fällen waren Bäume auf die Straße, auf Autos und Dächer gestürzt. Hauptzeit war zwischen 8 und 10 Uhr.

Das war auch die Zeit, als der Zugverkehr zum Erliegen kam. Wer mit der Aussage in einen Regionalzug gestiegen war, dass der Fernverkehr noch laufe, strandete fast immer am nächsten Bahnhof. Von und nach Hamburg ging dann den ganzen Tag über nichts mehr. Die Bahn bot auch keinen Ersatzverkehr mit Bussen an. Begründung: Die Gefahrensituation, aufgrund derer die Züge nicht weiterfuhren, sei auf den Straßen ähnlich hoch. Zwischen Volksdorf und Großhansdorf sowie im Bahnhof Kiekut waren mehrere Bäume auf die Strecke gestürzt.

Auch die Ahrensburger Wehren mussten Bahngleise und Straßen von umgefallenen Bäumen befreien. Zudem rückten sie mit ihrer Drehleiter zur Nachbarschaftshilfe in Umlandgemeinden aus. Sturm „Xavier“ sorgte auch für einen Stromausfall gesorgt. In der Hagener Allee hatte ein dicker Baum einen Stromkasten zerstört. Aus Sicherheitsgründen schaltete das Versorgungsunternehmen die Leitungen die zu Häusern spannungsfrei, die in Folge aber stundenlang ohne Strom waren. Feuerwehrleute zerlegten den Baum und zogen den Stamm mit dem Rüstwagen vom Stromkasten. Erst dann konnte Entstörtrupp mit den Reparaturarbeiten beginnen.

Bis zur Mittagszeit hatten die Ahrensburger bereits mehr als 20 wetterbedingte Einsätze hinter sich. Für die Ertüchtigung der Feuerwehrleute sorgte Axel Strehl. Sein Restaurant spendierte ihnen ein Buffet, eine „noble Geste“ , über die sich nicht nur Wehrführer Florian Ehrich freute.

In Hoisdorfer Ortsteil Fürstenkaten hatte der Sturm das große Wellblechdach eines landwirtschaftlichen Gebäudes abgedeckt und auf die Straße geweht. Feuerwehrleute und der Landwirt räumten gemeinsam die Straße frei.

Wann der Zugverkehr wieder normal rollt, ist unklar. Bis gestern Abend wurde der Verkehr lediglich aus der Strecke Hamburg – Kassel wieder mit einzelnen Zügen aufgenommen. Alles andere wird erst heute morgen entschieden.

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