zur Navigation springen
Stormarner Tageblatt

22. Oktober 2017 | 16:40 Uhr

Max und Moritz mal ganz anders

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Achtklässler der Ida-Ehre-Schule haben sich den Streichen des Jungen-Duos gewidmet und bringen sie heute auf die Bühne

shz.de von
erstellt am 04.Dez.2015 | 00:33 Uhr

Kennen die Kinder heutzutage noch die 150 Jahre alten Geschichten von Max und Moritz? „Die meisten Kinder kennen die Streiche nicht mehr, aber die Figuren“, sagt Ina Klemmer, Lehrerin für Gestalten an der Ida-Ehre Schule. Gerade deshalb sind Max und Moritz das Thema einer Projektwoche an der Schule. Fünf Tage lang haben sich rund 100 Achtklässler mit den sieben fiesen Streichen der Lausbuben beschäftigt und in ganz unterschiedlicher Weise umgesetzt. Die kreativen Ergebnisse kann man heute Nachmittag um 16 Uhr in der Festhalle bewundern.

In den Vorjahren wurden in den Projektwochen zumeist auswärtige Profis, wie Theaterpädagogen und Musiker, an die Schule geholt. Diesmal jedoch sollte alles selbst gestaltet werden - vom Schattentheater über Akrobatik bis zur musikalischen Umsetzung der Geschichten. „Wir wollten nicht, dass die Kinder gedrillt werden, sondern dass sie sich selbst Gedanken machen“, so Ina Klemmer. Die Achtklässler durften sich aus den Themen Theater, Akrobatik, Musik, Video und Schattentheater eine Gruppe aussuchen, und jede Gruppe setzte einen der sieben Streiche von Max und Moritz auf ihre Weise um. Daraus entstand ein etwa einstündiges, kunterbuntes und turbulentes Theaterstück. Dabei war die Fassung mit den Originaltexten die Grundlage, auf der gearbeitet wurde.

Die Gruppe von Lehrer Norbert Gerblich und der Kieler Zirkuspädagogin Lea Bancken, die einzige, die „von außen“ geholt wurde, hat den 3. Streich ausgewählt und stellt ihn artistisch dar. Die Geschichte, in der Schneider Böck durch die angesägte Brücke kracht, war dafür gut geeignet. Das Haus des Schneidermeisters, ein Baum und die Brücke - alles wird von den Körpern der Jungen und Mädchen „gebaut“ und in Szene gesetzt. Loarn (13) und Jonas (14) rollen dabei als Max und Moritz als Purzelbaumduo über die Bühne.

Ganz anders arbeitet die Schülergruppe, die auf einer Bühne im Parkett der Festhalle ein kleines Schattentheater aus Schultischen, einem Holzrahmen und großen weißen Tüchern gebaut hat. Hier liegt Onkel Fritz, der im 5. Streich von Max und Moritz mit Maikäfern gepiesackt wird, im Bett und erschrickt über die großen Krabbeltiere in seinem Gesicht. Dabei wird nicht gesprochen, sondern entsprechende Kommentare erscheinen von Musik untermalt wie in einem Comic auf den weißen Tüchern.

Die Schüler haben vor den szenischen Umsetzungen über die Figuren Max und Moritz diskutiert und kamen zu erstaunlichen Ansichten. „Einige meinten, die beiden Jungen seien schlau und vielleicht sogar hoch begabt und würden sich nur langweilen. Viele waren der Ansicht, Max und Moritz kämen aus bildungsfernen Schichten und würden heutzutage bestimmt rauchen und trinken. Andere hielten sie sogar für coole Typen“, erzählt Ina Klemmer. Auf jeden Fall sind die Schüler begeistert bei der Sache und freuen sich auf die Aufführung um 16 Uhr in der Festhalle. Der Eintritt ist frei.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen