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WM-Party in Geesthacht : Massenschlägerei: Geldstrafe für Angriff auf Polizisten

vom
Aus der Onlineredaktion

600 Fans feierten im Juli den Viertelfinal-Sieg bei der WM in Brasilien. Doch der Jubel schlug in Gewalt um. Einige Schläger stehen vor Gericht.

Geesthacht | In Geesthacht endete der Fan-Jubel über einen Sieg der deutschen Nationalmannschaft bei der Fußball-WM in Brasilien im Juli in einer Massenschlägerei - das hat Folgen für einen der Randalierer. Strafrichterin Insa Oppelland erkannte einen „massiven Widerstand“ und verurteilte Michael M. (35) am Montag vor dem Schwarzenbeker Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 300 Euro. Der Staatsanwalt hatte 450 Euro gefordert.

M. war angeklagt, den Polizeibeamten Michael Z. (33) während der Ausschreitungen nach dem Viertelfinalsieg der deutschen Fußballnationalmannschaft auf dem Gelände der Aral-Tankstelle in den Schwitzkasten genommen und dabei verletzt zu haben. Warum, blieb während der Verhandlung unklar. Der 35-Jährige konnte der Verhandlung auch nicht wirklich folgen, auf einen Verteidiger hatte er verzichtet.

Es war der erste Prozess einer ganzen Reihe, denn mehrere Polizisten wurden während der Auseinandersetzungen nach den WM-Spielen angegriffen und verletzt.

Michael Z. und seine Kollegen waren am 4. Juli gegen 23.40 Uhr zu der Tankstelle gerufen worden, weil nach dem eigentlichen Einsatzende eine Massenschlägerei unter 40 Beteiligten entstanden war.

Als Michael Z. zwei Schläger trennen wollte, wurde er von hinten selbst geschlagen und in den Schwitzkasten genommen. Nur durch einen Schlag ins Gesicht des Angreifers, den der Polizist eindeutig als den Angeklagten identifizierte, konnte er sich befreien. Er wurde verletzt, war eineinhalb Wochen dienstunfähig und wurde danach zunächst nur im Innendienst eingesetzt. Zivilrechtlich will er jetzt Schadensersatz und Schmerzensgeld von M. fordern.

17 Streifenwagen-Besatzungen rasten wegen der Krawalle zum Einsatzort, um die Lage unter Kontrolle zu bringen. „Das hatten die Kollegen so in Geesthacht lange nicht erlebt“, berichtete Michael Z. vor Gericht.

Wie der Angeklagte, bei dem ein Promillewert von 2,11 festgestellt wurde, waren die meisten Beteiligten in der Nacht betrunken und entsprechend enthemmt. Ein Umstand, den die Richterin M. zugute hielt. Auch aufgrund des geringen Einkommens des ungelernten Baumpflegers fällte sie ein vergleichsweise mildes Urteil. Der 35-Jährige ist vorbestraft, saß schon wegen Misshandlung und Körperverletzung Schutzbefohlener im Gefängnis. 

„Ich stelle immer wieder fest, dass Gerichte sehr zögerlich rangehen, wenn Polizisten Opfer von Gewalt werden“, sagte Manfred Börner, der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, in einer ersten Reaktion auf das Urteil.

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erstellt am 17.Nov.2014 | 15:54 Uhr

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