Kostenfalle Emil-v.Behring-Gymnasium Großhansdorf : Maroder Schulbau der 70er Jahre

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Vor 45 Jahren wurden nur Schulbauten nach dem Kasseler Modell gefördert – die alle Mängel aufweisen und wenig haltbar sind.

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27. Januar 2015, 06:00 Uhr

Die Trennung von tragenden Teilen und Fassaden war das Konstruktionsprinzip des Kasseler Modells. Fertigteile aus Stahlbeton ermöglichten das schnelle Errichten von Gebäuden. Und der Politik gefiel das so gut, dass Kiel in den 60-er und 70-er Jahren nur noch „Kasseler“ Schulbauten förderte. Heute sind das alles Problemfälle. „Eine stark sanierungsbedürftige Bausubstanz, ein enormer Energieverbrauch aufgrund mangelnder Dämmung und ein als unangenehm empfundenes Raumklima“ – so umreißt die Deutsche Bundesstiftung Umwelt heute die typischen Schulbauten der 60er- und 70er-Jahre.

So sind die Schulträger beinahe froh, wenn das Flachdach undicht ist und saniert werden muss – dann kann man die Wärmedämmung gleich mit einbauen. „Wenn man das Dach macht, bietet sich auch die Dämmung Fassade an, und dann kann man auch gleich die Fenster mitmachen“, sagt Großhansdorfs Bürgermeister und Schulverbandsvorsteher Janhinnerk Voß nicht ohne Sarkasmus: „Die Grundschule von 1913 macht uns nur halb so viel Ärger wie das Gymnasium.“

Immerhin: Die Waldgemeinde muss nicht allein für das Emil-von-Behring-Gymnasium aufkommen, weil auch Hoisdorf und Siek Schulträger sind. Aber den Löwenanteil zahlt Großhansdorf schon. Mit dem Haushalt 2015 hat hat der Schulverband sich einem klimaschutzpolitischen Sanierungsfahrplan für die nächsten fünf Jahre verabschiedet. In diesem Jahr sollen 466  000 Euro investiert, für 2016 wurde eine Verpflichtungsermächtigung über 1,1 Millionen in den Etat gestellt. „Die Planung muss mit den anstehenden Baumaßnahmen kombiniert werden, was angesichts der angespannten Haushaltslage keine leichte Aufgabe darstellt“, sagt Janhinnerk Voß.

Die 2015 geplanten Investitionen können noch über die Zuführung vom Verwaltungshaushalt sowie eine Rücklagenentnahme finanziert werden. 2016 wird sich das Volumen des Vermögenshaushalts verdreifachen. „Eine Finanzierung allein über die Schulverbandsumlage ist illusorisch“, sagt Verbandsvorsteher Voß. Er geht davon aus, dass bis 2018 Kredite von 3,5 Millionen Euro aufgenommen werden müssen.

Das Volumen des Verwaltungshaushalts beläuft sich auf 3,86 Millionen Euro und wird überwiegend durch die Verbandsumlage gedeckt. Großhansdorf zahlt 1,6 Millionen, Siek 461  000 und Hoisdorf 423  000 Euro. Auf der Ausgabenseite stehen die Personalkosten von 464  000 Euro, Bewirtschaftung, Unterhaltung und Versicherung der Grundstücke und Gebäude in Höhe von 1,5 Millionen sowie 600  000 Euro für Schülerbeförderung, Lehrmittel und die offenen Ganztagsschule. Der Vermögenshaushalt weist 940  500 Euro auf. Für den Erwerb von Beamern, Whiteboards, Laptops und Mobiliar für die vier Schulen sind 189  000 Euro vorgesehen.

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