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Stormarner Tageblatt

17. Dezember 2017 | 00:11 Uhr

Bargteheide : Markt der Generationen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Eine beliebte Institution, der Wochenmarkt, hat 50. Geburtstag. Auf das Jubiläum gab der Bürgermeister einen „Bargteheide-Sekt“ aus.

Eine weit über die Grenzen von Bargteheide bei Kunden und Händlern hinaus beliebte Institution feiert „runden Geburtstag“: Der Bargteheider Wochenmarkt, der jeden Freitagnachmittag in der Zeit von 14 bis 18 Uhr auf dem Parkplatz „Am Schweinemarkt“ in der Stadtmitte abgehalten wird, besteht dieser Tage ein halbes Jahrhundert. Bürgermeister Dr. Henning Görtz nahm den Jahrestag zum Anlass für einen „städtischen Dank“ an den Marktmeister und die vier Familienunternehmen, die 48 bis 50 Jahre ununterbrochen in Bargteheide vertreten sind.

Am 22. Oktober 1965 wurde der Wochenmarkt auf dem damals noch unbefestigten Platz – zunächst als Versuch und an diesem Tage gebührenfrei – mit einigen Ständen eröffnet. Eine Woche später, am 29. Oktober 1965, ging es dann richtig los, auch mit Gebühren für die Stände. Dieser Tag steht als offizieller Gründungstag des Wochenmarktes in den Annalen der Stadt.

Schnell entwickelte sich der Wochenmarkt zur festen und geschätzten Dauereinrichtung in der Gemeinde Bargteheide (seit Mai 1970 Stadt mit seinerzeit 7300 Einwohnern) und für die umliegenden Ortschaften. „Wir waren anfangs 15 bis 20 Erzeuger und Händler mit überwiegend kleinen Ständen“, erinnert sich Gärtnermeister Detlef Jentsch (77) an die Anfangsjahre. Als „Mann der ersten Stunde“ war er mit seinem Gartenbaubetrieb – heute in dritter Generation „Blumen und Floristik Jentsch“ – bis in die 1980er Jahre auf dem Wochenmarkt vertreten. Der Platz wurde übrigens nach einigen Jahren mit einer Asphaltdecke befestigt und außerdem wurde die Beleuchtung installiert.

Nach zwischenzeitlich 40 und mehr Marktständen wird der Wochenmarkt seit Jahren durchschnittlich von 30 Händlern – in kalten Wintern natürlich deutlich weniger – beschickt, wie Marktmeister Sven Fümel (Trappenkamp) berichtete. Das sei ein beachtlicher Wert, zumal etliche Marktbeschicker heutzutage mit voluminösen Verkaufsflächen anrücken.

Mit einer Flasche „Bargteheide-Sekt“ dankte Bürgermeister Henning Görtz dem umtriebigen Marktmeister, der diese Funktion seit September 1996 privatwirtschaftlich für die Stadt ausübt, und lobte: „Marktmeister Sven Fümel gelingt es stets, Händler mit einem gut ausgewogenen Warensortiment zu gewinnen. Auch zur netten Markt-Atmosphäre trägt er maßgeblich mit bei.“

Sven Fümel seinerseits hob das „einzigartige, tolle Ambiente“ des Bargteheider Wochenmarktes hervor. „Jung und Alt aus allen Bevölkerungsschichten gehen hier besonders gut aufeinander zu“, betonte er. Das reiche von den Bewohnern des nahegelegenen Seniorendorfes bis zu den vielen Schülern nach Schulschluss im direkt angrenzenden Schulzentrum. Auch mit der Kommunalpolitik und den städtischen Einrichtungen wie dem Bauhof gebe es ein harmonisches Miteinander.

Seit 1995 ist Sven Fümel mit seinem stets dicht umlagerten Imbissbetrieb auf dem Wochenmarkt so etwas wie die „Kommunikationszentrale“. Schon seine Eltern Robert und Christa Fümel boten hier 25 Jahre lang (1976 bis 2001) ihre Fleisch- und Wurstwaren aus Trappenkamp an. Bereits als Zehnjähriger habe er ihnen auf den Wochenmärkten in Bargteheide und Ahrensburg geholfen, so der heutige Marktmeister.

Ununterbrochen seit mindestens 48 Jahren sind diese vier Familienbetriebe auf dem Bargteheider Wochenmarkt vertreten, denen der Bürgermeister für ihre langjährige Treue dankte: Michael und Ute Prüß (Seth) mit Geflügel-Spezialitäten als Nachfolger ihrer Mutter Lisa Hildebrandt, die seit Oktober 1965 mit Schlachtgeflügel und Eiern handelte.

Das Oldesloer Geschwisterpaar Lutz und Sonja Lauschke bietet Fischdelikatessen an. Ihre Eltern Erhard und Dorothea Lauschke starteten 1966 auf dem Bargteheider Wochenmarkt. Seit 1967 handelt Artur Stoffers (Elmenhorst) hier mit Kartoffeln. Ebenfalls seit 1967 kam Peter Stehr sen. aus Jork (Altes Land) mit Obst, Gemüse und Südfrüchten nach Bargteheide. Sein Sohn Peter Stehr jun. setzt die Familientradition bereits seit Jahrzehnten fort.













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