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Angriffslustig : Marcel Noeske: Bisweilen teilnahmslos, aber gefährlich wie ein Krokodil

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Marcel Noekse ist mit bisher elf Treffern die Lebensversicherung des VfL Oldesloe im Abstiegskampf der Fußball-Verbandsliga.

shz.de von
erstellt am 03.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Krokodile wirken bisweilen etwas träge und abwesend, sind jedoch ausgezeichnete Jäger und schlagen meist dann zu, wenn das Opfer nicht damit rechnet. Teilnahmslos, aber in den entscheidenden Momenten blitzschnell und erbarmungslos beim Angriff wirkt auch Marcel Noeske. Der Stürmer des VfL Oldesloe lauert zu Beginn eines Fußballspiels oft ähnlich wie das Raubtier unscheinbar am Strafraum des Gegners. Seine fast schon gleichgültig wirkenden Körpersprache lässt nicht darauf schließen, wie gefährlich der 20-Jährige wirklich ist. Doch dann – wenn der Gegner kurz nicht aufpasst – schlägt er zu: Noeske sprintet los, jagt Ball und Gegner wie ein Raubtier seine Beute und lässt erst locker, wenn der Ball im Netz zappelt. Auf diese Art und Weise hat sich das Sturmtalent mit bisher elf Saisontreffern zur Lebensversicherung des VfL Oldesloe im Abstiegskampf der Verbandsliga gemausert.

„Ich bin froh, dass ich helfen kann. Der Verein, der Trainer und die Mannschaft haben es verdient, dass man alles für sie gibt“, sagt Noeske. Es wird schnell deutlich, dass der Youngster mit viel Herzblut für den VfL stürmt. In der Kreisstadt hatten sie im Winter noch befürchtet, der talentierte Angreifer würde schnell weiterziehen, nachdem er aus der A-Jugend des SV Eichede zum VfL gewechselt war, wo er im ersten Herrenjahr den Durchbruch schaffte. Der ehemalige U 15- und U 16-Landesauswahlspieler würde doch viel besser zum offensiv ausgerichteten Ligarivalen VfL Tremsbüttel passen, oder besser wieder nach Eichede zurückkehren, um dort mindestens eine Liga höher auf Torejagd zu gehen. Doch Noeske ist auch genügsam wie ein Krokodil, das mit 50 Mahlzeiten im Jahr auskommen kann. „Ich fühle mich hier pudelwohl“, sagt Noeske. Das Vertrauen des Trainers und der Mannschaft ist ihm besonders wichtig. „Ich spüre die Rückendeckung, deshalb gebe ich alles“, sagte er.

Von Außen geäußerte Kritik an seinem Coach Sven Buntfuß kann er nicht nachvollziehen. „Er ist ein guter Trainer. Vor allem ist er auch privat ein korrekter Mensch, der zu seinem Wort steht, auf ihn kann man sich verlassen“, betont Noeske. „Ich habe dem Trainer viel zu verdanken“, sagt er. Und damit meint der Blondschopf nicht nur die Rolle als Stürmer Nummer eins im VfL-Team. „Ich hatte eine sehr schwere Zeit im letzten Jahr. Es ging mir wirklich schlecht. Der Trainer war für mich da und hat sich wie ein zweiter Vater um mich gekümmert.“ Noeske hatte keinen Job, kein Geld und keine Perspektive. „Ich kam nicht mehr weiter, dann hat mir Sven Buntfuß versprochen, dass er mich da rausholt – und das hat er geschafft“, erzählt der VfL-Torjäger. Buntfuß besorgte seinem Schützling einen neuen Job, half ihm damit aus seinem Tief wieder heraus. „Dafür bin ich sehr dankbar“, unterstreicht der Angreifer, der hofft, mit seinen Toren etwas zurückgeben zu können. Nicht nur seinem Trainer, auch seinen Teamkollegen, denn Zusammenhalt und Vertrauen sind ihm besonders wichtig. „Es ist nicht der schönste Fußball, den wir spielen, aber wir kämpfen gemeinsam.“

Noeske weiß, dass nicht alle Trainer in so bedrohlichen Situationen wie dem Abstiegskampf auf junge Spieler setzen. Doch auch das ist ein Grund, warum er in Oldesloe bleiben will, obwohl die Perspektiven woanders vielleicht besser wären. „Hier bekommen jungen Spieler eine faire Chance“, wirbt er für seinen Verein. Im Saisonendspurt wolle er mit Toren den großen Vertrauensvorschuss zurückzahlen, damit den Abstieg verhindern. Und so wird Marcel Noeske auch in den nächsten Partien wie ein Krokodil am Strafraum der Gegner auf den überraschenden, entscheidenden Angriff lauern.

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