Stormarner Wochenschau : Manches kommt einfach immer wieder

 Karikatur: Balzer
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Karikatur: Balzer

Betrachtungen zum Wochenausklang.

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13. Januar 2018, 08:00 Uhr

Ausgetauscht

Dinge, die ich nicht mehr brauche, finden einen neuen Nutzer, dafür kann ich mir aus dem Tauschhaus aussuchen, was ich vielleicht brauchen kann. Eine gute Idee! Dass es unterschiedliche Ansichten darüber gibt, was noch zu gebrauchen ist, klar. Dass es auch immer Menschen gibt, die versuchen einen Profit zu erlangen und ihren Flohmarktstand mit Dingen aus dem Tauschhaus aufpeppen, geschenkt! Das macht das Tauschhaus nicht schlechter. Denn der tiefere Sinn, Dinge nicht auf den Müll zu werfen, sondern noch weiter zu nutzen, wird erfüllt. Alles gut! Das Tauschhaus lebt jedoch nicht nur von den Nutzern. Es lebt auch davon, dass Karin Hoffmann und viele weitere Mitstreiter stets ein Auge darauf werfen, das Oldesloer Tauschhaus pflegen und sauber halten. Und das täglich, Hut ab!

Geschenkt

Keine Frage, die Wirtschafts- und Aufbaugesellschaft Stormarn, kurz WAS, hat seit der Gründung vor 60 Jahren als erste Wirtschaftsfördergesellschaft eines Kreises eine Erfolgsgeschichte geschrieben. Aber es gibt auch Niederlagen, vor allem in Bad Oldesloe. Im Sandkamp wollte man auf Wunsch der Stadt Unternehmen ansiedeln, die den Gleisanschluss nutzen. Die gab es aber kaum, und so blieb das Gebiet viele Jahre ungenutzt. Und auf der anderen Seite der Stadt wollte man das Gewerbegebiet Süd-Ost erweitern, konnte sich aber mit den Grundeigentümer nicht einig werden. Bereits als Oldesloer Stadtrat hatte Norbert Leinius mit Peter Eggers verhandelt. Als Gerd Achterberg die Bürgermeisterwahl verlor und ein Stadtrats-„Tandem“ nicht mehr gewollt,, ging Leinius zu einem Privatunternehmen. Nach einigen Jahren kehrte er dann als Geschäftsführer der WAS zurück – und verhandelte erneut mit Eggers. Fast 15 Jahre hatte man für die erste Erweiterung in Süd-Ost gebraucht, ungefähr die gleiche Zeit für die zweite. Für hinteren Teil zog jetzt Leinius-Nachfolger Detlev Hinselmann gemeinsam mit dem Aufsichtsrat die Reißleine. Weil man sich mit Eggers nicht einigen konnte, wird der seine Flächen demnächst selbst vermarkten können. Das entspricht natürlich nicht den Grundgedanken der WAS, aber man wollte die gewerbliche Weiterentwicklung von Bad Oldesloe nicht weiter verzögern. Nun liegt der Ball bei den Stadtverordneten. Die sind Herr über den Bebauungsplan. Und sie müssen mit Eggers einen Vertrag abschließen, nach welchen Kriterien und Grundsätzen dort Firmen angesiedelt werden. Hinselmanns „gute Nachricht für Bad Oldesloe“ ist damit in gewisser Weise auch ein Danaer-Geschenk.

Andersrum

Je nachdem, wo man steht, sitzt oder liegt, sieht die Welt anders aus. Und manchmal ist das nicht nur gefühlt so. Wer im schleswig-holsteinischen Winter im warmen Auto auf der Autobahn fährt, fühlt sich bei 80 km/h ausgebremst und behindert. Wer draußen im Kalten arbeiten muss, an dem rasen die Lkw und Pkw in knappem Abstand mit gefühlten 100 km/h vorbei, So laut sind jedenfalls. Wahrlich, die Mannen der Autobahnmeisterei muss man nicht um ihren Job beneiden. Er wird erwartet, dass sie ihn erledigt haben, aber nicht, dass sie ihn erledigen. Während der Arbeiten sind die Fahrspuren meistens eingeengt und das Tempo ist reduziert. Wer eine saubere Bahn haben will, muss auch akzeptieren, dass es mal langsamer vorwärts geht, sagt der Chef der Autobahnmeisterei. Natürlich hat er recht, auf der anderen Seite hat sich schon jeder Autofahrer über Schilder gewundert oder aufgeregt, weil er sich deren Sinn nur mit Schikane erklären kann. Ist es natürlich nicht, sagen Autobahnpolizei und der -meisterei. Temporeduzierung bereits vier Kilometer vor einer (kurzen) Baustelle? Oder die Verlängerung des Tempolimits über Großhansdorf hinaus bis hinter die Buddikate? Begründungen sind einmal die etwas kurvige und hügelige Streckenführung, das andere Mal ein grundsätzlich hohes Verkehraufkommen. Das mag aus Behördensicht stimmen. Aber wenn viel Verkehr ist, kann man man sowieso nicht so schnell fahren. Und wenn wenig Verkehr ist, spielt die Begründung keine Rolle. Ein Politiker würde darauf vermutlich mit „Verkehrslenk-Systeme“ antworten. Aber die liefern auch nicht gerade den Beweis ab, dass künstliche Intelligenz funktionieren könnte.
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