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Stormarner Wochenschau : Manche sind schnell, andere nicht

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das Internet soll bitte schnell sein, die Leitstelle sowieso, ganz zu schweigen davon, dass Müll schnell entsorgt gehört. Es klappt nur leider nicht immer.

Schnell sein

Wie gut, dass es die Vereinigten Stadtwerke gibt, ist man geneigt zu sagen. Mit ihrer Tochter VSG Media sorgt das Unternehmen in Stormarn und dem Herzogtum Lauenburg für schnelle Glasfaseranschlüsse. Das ist für Privatkunden schön, für Unternehmen sogar lebenswichtig. Der schnelle Internetzugang ist in der IHK-Umfrage des vergangenen Jahres zum wichtigsten Standortfaktor geworden. Und die Bedeutung wird noch wachsen, weil zunehmend digital kommuniziert wird, Menschen aus ganz unterschiedlichen Orten gemeinsam an Projekten arbeiten und in Zukunft auch Maschinen miteinander „sprechen“ werden. Als Unternehmen in Bargteheide mit Abwanderungsgedanken spielten, weil es kein schnelles Internet gab, bestand die Lösung darin, die VSG Media mit ins Boot zu holen. Bei den Großunternehmen wie Telekom oder Vodafone hatte man angefragt, „aber die haben uns am, langen Arm verhungern lassen“, sagt ein Insider. Echte Glasfasertechnik bieten die Großen sowieso nicht an. Ab Verteilerkasten geht es meist mit Kupfer weiter. Was für den Privathaushalt ausreicht, für Firmen aber keine Alternative ist.

Warum bekommen kleine regionale Firmen etwas hin, zu dem Konzerne nicht in der Lage sind? Weil die Großen bundes- oder weltweit unterwegs sind und sich die Rosinen rauspicken, indem sie nur dort investieren, wo leicht viel Geld zu verdienen ist. Auf dem Land geht das erst mal nicht. Dann hat man entweder jemanden aus der Region, der sich darum kümmert, oder man wird abgehängt.

Leidstelle

Das härteste Thema seiner fast 18 als Landrat war die Integrierte Rettungsleitstelle, hat Klaus Plöger mehr als einmal gesagt. Es wurde über eine gemeinsame Leitstelle mit dem Kreis Segeberg nachgedacht, ein mögliches Zusammengehen mit der Leitstelle der Polizei war mal Thema. Schließlich möbelte Stormarn die Technik alleine auf, man baute um, ein zweites Mal, als das Herzogtum Lauenburg mit ins Boot kam. 2013 schloss sich auch der Kreis Ostholstein an. Ruhe kehrte so nie ein, was sich auch an häufigen Wechseln des Personals, die Leitungs-Position nicht ausgenommen, zeigte. Auch wenn 2016 das Jahr der Digitalisierung ist, erstmals besteht jetzt die Chance auf ruhigeres Fahrwasser. Der neue Chef kommt aus dem Haus, kennt den Laden also, mit fünf neuen Disponenten wird die Sollstärke erreicht, die auch die Gutachter empfohlen haben. Und das Thema Neubau einer größeren Leitstelle ist erstmals auf die Zukunft vertagt.

Nicht ärgern

Eine unmittelbare Gefahr geht von alten Autoreifen in der Feldmark nicht wirklich aus. Aber heißt das im Umkehrschluss, dass sie dort monatelang liegen und sich müllmäßig vermehren müssen, ohne dass sich jemand kümmert? Versagt oder zu spät reagiert haben in diesem Fall gleich mehrere Behörden. Klar muss erst mal die Zuständigkeit geklärt werden, das ist bei der (leider) alltäglichen illegalen Müllentsorgung in der Feldmark aber weder kompliziert noch zeitaufwändig. Selbst wenn die Mitarbeiter von Ordnungsbehörden und Polizei andere, wichtigere Dinge zu tun hatten und alte Autoreifen am Feldweg nicht gerade das größte denkbare Problem sind, eine kleine Rückmeldung bei demjenigen, der etwas meldet, dass es angekommen ist und dass man sich kümmerten wird, sollte immer möglich sein.
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