Stormarner Wochenschau : Man hätte ja, wenn man könnte

Wiedenroth
Wiedenroth

Avatar_shz von
29. Juni 2013, 09:35 Uhr

Abenteuer-Spielplatz Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. Natürlich können Auftraggeber für die A1-

Sanierung nichts dafür, dass die österreichische Mutter, die einem spanischen Konzern gehört, Pleite ging und die deutsche Tochter ebenfalls Insolvenz anmelden musste und die Sub-Unternehmer nun nicht weiterarbeiten und ihre Fahrzeuge abholen. So ist das eben in der selig machenden Globalisierung. Aber dass es keine Autobahn-Baustelle ohne Mängel gibt, fällt eben auf. Wellige Fahrbahnen, Blasen im Asphalt, Weichbeton - und die verantwortliche Firma ist irgendwie immer pleite. Unser Karikaturist Götz Wiedenroth nimmt das alles von der positiven Seite. Falls es nicht so schnell klappen sollte, mit dem Weiterbau, ließe sich dort doch ein Abenteuerspielplatz einrichten. Wenn man dann noch Bagger mit Münzeinwurf hätte, müsste der Steuerzahler auch nicht für alles aufkommen.

Eingeschnappt In der Krise braucht Europa Pflichtbewusstsein, hatte Bundestagspräsident Norbert Lammert neulich gesagt. Seine Parteifreunde in Witzhave haben das überhört. Auch sie stecken seit der Kommunalwahl in der Krise. Statt absoluter Mehrheit blieb bei der Kommunalwahl nur der dritte Platz, keine 22 Prozent. Den alten Bürgermeister hatte man in der CDU nicht mehr haben wollen, die Witzhaver haben ihn und die neue Wählergemeinschaft trotzdem gewählt. Bis hierhin eine halbwegs normale kommunalpolitische Geschichte. Das fand die CDU allerdings nicht: Dort war man so beleidigt, dass niemand mehr aus der Kandidatenriege Gemeindevertreter werden wollte. Man müsse sich neu finden, sagt der Ortsvorsitzende und Spitzenkandidat. Und wenn man sich gefunden hat, muss man dem Wähler nur noch weismachen, dass man beim nächsten Mal auch dann antritt, wenn man nicht die Mehrheit kriegt.

Meckerpott Bislang hat ja die FBO das Buhmann-Image in der Oldesloer Stadtverordnetenversammlung. Aber wenn die Debatten in dem Stil so weiter gehen, wird dieser Titel wohl demnächst an Karin Hoffmann von den Grünen gehen. Im Vorwege des von den Grünen angeregten Brummkreisel-Gesprächs gab es einen regen Mailverkehr. Wer nimmt teil oder aus welchen Gründen nicht. Und wer nicht teilnehmen konnte oder wollte, nutzte die Gelegenheit, seine Meinung zum Thema darzulegen. Das hatte auch Patricia Rohde, Fraktionsvorsitzende der FBO, gemacht. Ihre Aussage: Ich kann nicht, und außerdem ist das Aushandeln von Verträgen Verwaltungssache. Durchaus spitz formuliert, aber nicht unangemessen oder gar beleidigend. Die Antwort von Karin Hoffmann ließ nicht lange auf sich warten: "Bitte keine Schreiben mehr an diese impertinente Person. Das ist wirklich Perlen vor die Säue werfen, um mit Martin Luther zu sprechen." Ja, das werden fünf harmonische und von Sachlichkeit geprägte Jahre.

Chefsache Die Finanzierung eines Kindergartens ist nicht einfach. Bei einer Inte grations-Kita ist es noch eine Runde komplizierter. Das sieht man jetzt am Oldesloer Brummkreisel. Vier Wochen vor der Eröffnung gibt es noch keinen Vertrag. Aber viele offene Fragen. Der Fachbereichsleiter ist in Urlaub, die Fachfrau ebenfalls, da bleibt noch eine Teilzeitkraft, die aber, der Name sagt es, nicht immer da ist. Aber eigentlich müsste doch Bürgermeister Tassilo von Bary Auskunft geben können. "Wenn ich das könnte, hätte ich es schon getan", lässt er per Mail wissen.

Chefsache Drei Ahrensburger Bürgermeister und Dutzende Stadtverordnete haben sich mit dem Erlenhof befasst, mehr als 20 Jahre dauerte es von den ersten Planungen - ein Gebiet mit 2000 Wohneinheiten - bis zum ersten Spatenstich. Da sind nach vielen politischen Debatten im südlichen Teilgebiet nur noch 360 Wohnheinheiten übrig geblieben. Das und die lange Zwischenfinanzierung macht den Erlenhof zum teuersten Neubaugebiet Stormarns. Also nicht verwunderlich, dass beim Spatenstich kein einziger Stadtverordneter dabei war? "Ich wäre gekommen, wenn ich eingeladen gewesen wäre", sagt CDU-Fraktionschef Tobias Koch. Nachfrage bei der LEG und BIG-Bau. Antwort: "Alle Fraktionen wurde per Mail eingeladen." Nun müsste man nur noch wissen, an welche Adressen die Mails geschickt wurde und wie die Spamfilter der Empfänger eingestellt sind.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen