Ahrensburg : Märchen und Bilder helfen ins neue Leben

Roana Falkenberg hat Ethnologie und Islam-Wissenschaft studiert und hat den Schwerpunkt Erzählen von Märchen und der Notfall- und Erlebnispädagogik zugewandt.
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Roana Falkenberg hat Ethnologie und Islam-Wissenschaft studiert und hat den Schwerpunkt Erzählen von Märchen und der Notfall- und Erlebnispädagogik zugewandt.

Die Initiative Phönix Freizeitschule hat in Ahrensburg ein Programm für Arbeit mit Flüchtlingskindern entwickelt. Doch das Geld reicht nicht zur Fortführung.

shz.de von
28. Juli 2015, 13:22 Uhr

Auf der Wiese hinter der Stadtbibliothek Ahrensburg ist Mittwochnachmittag Kinderlachen zu hören.

Schon von weitem ist eine kleine fröhliche Gruppe beim Spiel zu erkennen. Sieben bis zwölf Kinder kommen regelmäßig, um mit Asma Qwaider und Roana Falkenberg, mit Micaela Sauber und manchmal auch mit Jakob oder Laura eineinhalb schöne Stunden zu verbringen.

Die Kinder kommen aus Syrien, Afghanistan, Iran oder Irak. Ihre Muttersprachen sind arabisch, kurdisch und farsi. Sie haben mit ihren Eltern ihre Heimat verlassen und leben jetzt in Ahrensburg. Manchmal können sie etwas deutsch, lernen wollen sie es alle.


„Über mir der Himmel, unter mir die Erde, und hier bin ich.“


Das Freizeitprogramm ist für Kinder zwischen fünf und zehn Jahren geeignet. Der zweijährige Khadat taucht regelmäßig auf, wenn die Kinder mit ihren jungen und fröhlichen Begleiterinnen nach 45 Minuten in die Bibliothek gehen. Er sitzt und staunt Roana an, die auf deutsch einfache Märchen erzählt. Dann malt er begeistert mit den bunten Wachskreiden ein A3-Papier voll, auch das weiße Malbrett bekommt viel Farbe ab. Im Schlusskreis macht er die Bewegungen mit, die den Spruch begleiten. „Über mir der Himmel, unter mir die Erde, und hier bin ich.“

Die kleinen Lieder, die den Abschluss einleiten, werden immer sicherer mitgesungen. Zu Beginn der Zusammenkunft gibt es den Anfangskreis. Die kleinen Rituale und Wiederholungen werden gerne mitgemacht, stärken die Gruppe und machen Freude.

Die Initiative „Phönix Freizeitschule“ von den „Erzählern ohne Grenzen“ hat dieses Programm für die Arbeit mit Flüchtlingskindern entwickelt. Sie sind in Hamburg aktiv und kommen seit Mitte April auch jeden Mittwoch in die Stadtbücherei nach Ahrensburg.

Asma Qwaider kommt aus Gaza und hat aus ihrer palästinensischen Heimat viel Erfahrung im Umgang mit Kindern in schwierigen Verhältnissen mitgebracht.

Roana Falkenberg hat Ethnologie und Islam-Wissenschaft studiert, hat sich dem Erzählen von Märchen und der Notfall- und Erlebnispädagogik zugewandt und ist mit Erzählern ohne Grenzen bereits durch Palästina gereist.

Micaela Sauber ist Seniorin und eine bekannte Märchen- und Geschichtenerzählerin. Sie ist heilpädagogisch ausgebildet und erfahren in trauma- und notfallpädagogischen Einsätzen in Kriegs- und Krisengebieten.

Die Kosten für die Aktivitäten in Ahrensburg sind bisher durch Spenden von Erzählern ohne Grenzen im „Förderverein Märchen“ getragen worden. Das Programm läuft noch bis Ende Juli.


Förderverein bittet um Unterstützung für die „Erzähler Grenzen“


Ob es nach den Sommerferien weitergeht, hängt vor allem davon ab, ob eine Finanzierung gefunden wird. Die drei würden gerne weiter zu den Kindern nach Ahrensburg kommen.

Eine kleine Anschubfinanzierung für Material und Aufwand hat „Erzähler ohne Grenzen“ im Förderverein Märchen aus seinem Spendentopf übernommen. Von der Allmende Wulfsdorf übergab Annegret Klusmeier eine Spende zur Deckung der Fahrtkosten bis zum Sommer. Um im Herbst weiter machen zu können bittet der Förderverein um Unterstützung für die „Erzähler ohne Grenzen“.

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