Ahrensburg : Machtlos gegen Baumfällungen

Der Blick vom Reesenbütteler Redder auf das Grundstück mit seinem dichten Baumbestand Im Hintergrund ist die Heimgartenschule zu sehen.
Der Blick vom Reesenbütteler Redder auf das Grundstück mit seinem dichten Baumbestand Im Hintergrund ist die Heimgartenschule zu sehen.

Dass 45 Bäume für den Kita-Neubau weichen sollen, hat den Umweltausschuss überrascht.

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19. Februar 2018, 11:30 Uhr

Schwarzer Tag für den Umweltausschuss: Während seiner jüngsten Sitzung konnten die Mitglieder einen Beschluss des Sozialausschusses für den Neubau der Kindertagesstätte Reesenbütteler Redder nur zur Kenntnis nehmen. Für die Kita sollen 45 der 82 Bäume gefällt werden, die auf dem dafür vorgesehenen Grundstück neben der Heimgartenschule stehen. Dort wachsen vor allem amerikanische Spitzeiche, Lärchen und Rotbuchen. Die Bäume wurden zum Teil gepflanzt, zum Teil ist es Wildwuchs.

Die Platzverhältnisse auf dem Grundstück sind begrenzt, der Baukörper samt Außenanlagen, Feuerwehrzufahrt und Stellplätzen wurde zwischen den Baumbestand „hineingezwängt“. Trotzdem kann nicht mal die Hälfte der Bäume stehen bleiben. Die Sprach- und Fassungslosigkeit der Ausschussmitglieder konnte durch Erklärung von Umweltbereichsleiterin Annette Kirchgeorg nicht gemildert werden. „Vielleicht reicht es, wenn nur 35 Bäume gefällt werden, wir werden das noch einmal prüfen“, kündigte sie an.

„Wir brauchen dringend Kindergartenplätze, das ist wahr. Aber in diesem Fall hätte es vorher Absprachen geben müssen“, zeigte sich die stellvertretende Bürgermeisterin Carola Behr (CDU) erbost. Die Verwaltung habe korrekt gehandelt, der Fehler liege im System. Laut Gemeindeordnung sind in Ahrensburg der Sozial- und der Bauausschuss für den Neubau von Kindertagesstätten zuständig, der Umweltausschuss könne deren Beschlüsse nur noch zur Kenntnis nehmen – also abnicken.

„Eine gemeinsame Sitzung hätte sicherlich zu einer besseren Lösung geführt“, ist Carola Behr überzeugt. Die CDU-Politikerin will nun mit diesem Thema im Ältestenrat vorstellig werden, um künftige Interessenskonflikte zu vermeiden.

Die Regeln für Kindertagesstätten sind streng, die Verwaltung will prüfen, ob es möglich ist, die Spielflächen, die zum Teil in den Baumbestand hineinragen, als Waldspielflächen auszuweisen. Zudem soll geprüft werden, ob auch die Parkplätze der benachbarten Heimgartenschule zum Teil in Anspruch genommen werden können. Damit nicht noch mehr Bäume gefällt werden müssen.

Die Kosten für die geplante Kita mit zwei Krippen- und zwei Elementargruppen wurde vom Planungsbüro Westphal und Berwing auf rund 2,85 Millionen Euro geschätzt – inklusive der Ausstattung.

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