Mac Arnolds Schulkonzert der besonderen Art

Machten einen 'wunderful job': Niklas Heidemann (Bass) und Arne Mier standen mit Mac Arnold auf der Bühne. Fotos: Resthöft
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Machten einen "wunderful job": Niklas Heidemann (Bass) und Arne Mier standen mit Mac Arnold auf der Bühne. Fotos: Resthöft

Bluesmusiker Mac Arnold war zu Besuch im Gymnasium Trittau und entdeckte dort gleich talentierten Nachwuchs.

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08. Mai 2009, 10:35 Uhr

Trittau | So sind sie halt, die Musiker. Statt der erwarteten zwei stehen plötzlich derer fünf im Musikraum und statt wie besprochen hauptsächlich zur Theorie zu berichten, wird ein Blues-Konzert daraus. Den Schülern des Trittauer Gymnasiums gefiel das Projekt "Blues @ school" mit Mac Arnold trotzdem.

Wie hatte Organisator Helge Nickel zu Beginn noch gesagt? Die Schüler sollten ihre "norddeutsche Reserviertheit" ablegen? Das gelang den rund 200 Pennäler spätestens beim zweiten Stück. Wurde erst noch zaghaft mit den Füßen gewippt, klatschten kurz darauf fast alle laut im Takt. Sogar Rektor Edgar Schwenke hatte den Blues im Blut und konnte bei diesem Rhythmus nicht still stehen bleiben. Kein Wunder, dröhnten die Bässe doch bis in die Magengrube. An Privatgespräche, wie in normalen Schulstunden üblich, war nicht zu denken, diese kamen den Schülern aber vermutlich auch gar nicht in den Sinn. Vielmehr zückten viele ihre Kameras oder Handys, um das Erlebnis festzuhalten.

Nach rund 15 Minuten machte Arnold eine erste Pause. "Thats a little bit of the blues", kommentierte er trocken und berichtete, wie er zu seinen beiden Gasoline- Gitarren kam. Denn sein streng religiöser Vater, schilderte Arnold, hielt Gitarren für "Instruments from the devil", Instrumente des Teufels, und weigerte sich, seinen beiden Söhnen welche zu kaufen. Diese griffen erfindungsreich zu leeren Benzinkanistern und bauten sich ihre Instrumente einfach selber. Die Wirbel zum Spannen der Saiten bestanden aus alten Löffeln.

Dann jedoch übergab Arnold das Wort an seinen Bassisten Danny Keylon, der den Schülern den Ursprung des Blues näher brachte. Von "melting Ideas" zwischen europäischer Folkmusik und afrikanischen Klängen sprach Keylon, von einer Verbindung zu den Aussagen der Bibel und einem "positive outlook to life". "Its universal, everyone has the Blues", schloss Keylan seine Ausführungen, bevor der zweite Teil des "Schulkonzerts" begann.

Diesen aber gedachte Mac Arnold nicht allein zu gestalten. "Are there any musicians here?", fragte er in die Runde. Es hoben sich verstohlen einige Hände, schließlich wurden die beiden Elftklässler Arne Mier und Niklas Heidemann nach vorne gebeten. Kurze Instruktionen noch und schon standen die beiden Schüler mit einem Bass und den Drumsticks in der Hand auf einer Bühne mit Mac Arnold, der seinerseits auf Auftritte mit Eric Clapton, der Muddy Waters Band oder John Lee Hooker verweisen kann. Als Gage gab es ein Album von Mac Arnold und ein großes Lob: "Wunderful job!" "Das war auf jeden Fall geil", verkündete Arne hinterher beeindruckt. Und auch wenn viele Schüler nach Ertönen der Klingel das Musikzimmer sehr schnell verließen, hat der Blues in Trittau bestimmt ein paar weitere Anhänger gefunden.

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