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Ahrensburg : Luxus-WC-Gang: 1 Euro je Einwohner würde reichen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Seniorenbeirat in Ahrensburg macht sich für den Erhalt des behindertengerechten Aborts stark.

von
erstellt am 12.Okt.2017 | 06:00 Uhr

Der Seniorenbeirat möchte die behindertengerechte öffentliche Toilette vor dem Rathaus retten. Das wurde als „Ahrensburger Luxus-Klo“ bundesweit bekannt, weil der Toilettengang zu 50 Cent nur rund 600 Euro in die Kasse spülte, die jährlichen Kosten sich aber auf fast 46  000 Euro summierten.

Folge war der Beschluss, den seit 2006 geltenden Vertrag mit dem Betreiber und Eigentümer (Wall GmbH), zum Jahresende 2016 zu kündigen. Dass die Toilette noch im Betrieb ist, liegt an den neuen Konditionen, die die Wall GmbH anbot, was Anträge von Grünen, Senioren- und Behindertenbeirat zur Folge hatte, die mehrheitlich angenommen wurden. Kosten dürften keine Rolle spielen, hatte Angelius Krause vom Seniorenbeirat argumentiert. Die Stadt habe die Pflicht, so eine Toilette zur Verfügung zu stellen. Der Vertrag wurde zu den neuen Konditionen um ein Jahr verlängert: Der Zuschuss für den Toilettengang beträgt jetzt (rechnerisch) nicht mehr fast 60, sondern nur noch etwa 30 Euro.

Nun ist das Jahr fast um, und der Seniorenbeirat meldet sich erneut zu Wort. „Der Bund der Steuerzahler, einige Medien und einige Stadtverordneten mögen die Toilette mit einer Öffnungszeit von 24 Stunden an sieben Tagen für zu teuer oder gar überflüssig halten. Aber wo bleiben die besseren Vorschläge für eine Toilette mit täglichem Reinigungsdienst?“, fragt Andre Grigjanis, der Sprecher des Seniorenbeirats. Das Projekt „Nette Toilette“, bei dem Geschäftsinhaber ihre behindertengerechten Toiletten während der Öffnungszeiten zur Verfügung stellen, sei „leider keine Alternative, auch wenn sich ,Dat Backhus’, das Hotel am Schloss und das ,Rockefeller’ dankenswerterweise beteiligten“. Den mehr als 10  000 Ahrensburger Senioren könne man aber nicht zumuten, sich beim Sonntagsspaziergang oder einer Radtour ins Zentrum in den Büschen zu erleichtern. Ahrensburg habe jetzt fast 34  500 Einwohner. Ein Euro je Einwohner und Jahr würde für die Jahresmiete für die behindertengerechte Toilette ausreichen. „Noch ist sie da, die einzige in Ahrensburg, und eine Alternative ist nicht in Sicht“, so Grigjanis. Bevor der Mietvertrag ausläuft, müsse umgehend eine Lösung erarbeitet werden. Rollstuhlfahrer, schwer Gehbehinderte oder Blinde müssen keine 50 Cent für die Nutzung der Toilette zahlen. Sie können einen so genannten Euro-Schlüssel kaufen.

Der spezielle Türöffner für einen eingeschränkten Personenkreis ermöglicht den Zugang zu solchen Einrichtungen. Der Euro-Schlüssel wird vom Darmstädter Verein Club Behinderter und ihrer Freunde europaweit vertrieben und kostet 20 Euro.

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