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Ahrensburg : Luxus-Klo macht die Stadt nicht froh

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Der Gang aufs stille High-Tech-Örtchen rechnet sich in keinster Weise. Unterm Strich bleibt für die Stadt jedes Jahr ein sattes fünfstelliges Minus. Der Ausschuss berät nun über die Zukunft der teuren Toilette.

Da wird das Geschäft ganz schön teuer. Fast eine halbe Million Euro hat die Stadt die vor zehn Jahren aufgestellte Toilettenanlage an der südöstlichen Rathausecke bislang gekostet.

Mit rund 45  000 Euro jährlich für Miete und Wartung schlägt das öffentliche Luxus-WC zu Buche. Der Toilettengang kostet 50 Cent. Auf der Einnahmenseite stehen aber nur 6000 Euro, durchschnittlich 600 Euro im Jahr. Der Umweltausschuss wird am heutigen Mittwoch (19.30 Uhr, Peter-Rantzau-Haus) darüber beraten, ob der Mietvertrag für die runde Anlage verlängert oder zum Ende dieses Jahres gekündigt werden soll.

Zu den 430  000 Euro für Miete und Wartung zwischen 2006 und 2016 kommen noch rund 18  000 Euro für Strom, Wasser und Abwasser hinzu. Auffällig in der Kostenaufstellung sind einige Zahlensprünge: Im Jahr 2013 (Einnahmen 433 Euro) wurden mehr als 3000 Euro für Strom, Wasser und Abwasser berechnet, 2014 waren es bei 793 Euro Einnahmen jedoch „nur“ 2400 Euro.

Fast genau vor zehn Jahren, am 21. Juni 2006, wurde das dunkelgrüne runde „Häuschen“ in der Manfred-Samusch-Straße zwischen Peter-Rantzau-Haus und Rathaus aufgestellt. Eine, so lautet die offizielle Bezeichnung, „vollautomatische Toilettenanlage“ – die Reinigung nach der Benutzung erfolgt maschinell. 50 Cent kostet der Gang auf dieses stille High-Tech-Örtchen.

Alternativen zum Luxus-WC gibt es mit den Toilettenanlagen im Rathaus, in der Stadtbücherei, wo ein behindertengerechter Ausbau geplant ist, sowie im CCA. Die Anlagen dort sind allerdings nicht behindertengerecht. Sollte der Mietvertrag mit der Firma JCDecaux gekündigt werden, kämen auf die Stadt noch weitere Kosten zu: 8000 Euro für den Abbau und Rücktransport. Eine Umsetzung des grünen Häuschens zum Bahnhof wäre auch denkbar. Sparen würde die Stadt damit allerdings nichts, und es gibt bereits Überlegungen für eine barrierefreie Toilette im Fahrradparkhaus – das über die theoretische Planungsphase aber noch nicht hinausgekommen ist

Senioren- und Behindertenbeirat haben sich bereits positioniert. Sie sprechen sich gegen die Kündigung der Verträge und für die Beibehaltung des Toilettenhauses am jetzigen Standort aus.




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