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Stormarner Tageblatt

25. November 2017 | 01:10 Uhr

Bier-Aktie : Lust auf eine flüssige Dividende

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Hauptversammlung der 164 Bier-Aktionäre der Grönwohlder Brauerei / Große Pläne für die weitere Zukunft.

shz.de von
erstellt am 07.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Stilecht: Das Bier in der Grönwohlder Brauerei fließt bei der Hauptversammlung der Aktionäre in Strömen. „Jahreshauptversammlung heißt frei saufen“, betont Torsten Schumacher denn auch in seiner Ansprache, in der er den Erfolg der von ihm erfundenen „Bieraktie“ beschreibt: „164 Aktionäre habe ich, die mir einen Kredit gewährt haben, dafür danke ich allen für Ihr Vertrauen. Dadurch konnten wir uns von den Banken unabhängig machen und vieles umbauen und verbessern“, so der Bierbrauer. Der Hintergrund für die „Bieraktie“ war , dass er von den Banken enttäuscht war, die ihm in der Investitionsphase keinen Kredit geben wollten. So entstand die Idee, sich den Kredit von Anlegern zu holen, deren Dividende in Bier und Säften ausgezahlt wird.

Mit diesem Geld wurde im letzten Jahr das Sudhaus neu gebaut, ein Seminarraum entstand sowie ein Raum für Feiern mit Heizung, wie Schumacher betont. Denn Bier braucht es kühl und dunkel, daher war es den Gästen zuvor manchmal zu kalt. Außerdem entstand ein neuer Gärraum und die Abfüllung, Kühlung und Sanitärräume wurden umgebaut. Fast fertig ist vor der Tür ein kombiniertes Backhaus, in dem der Treber zu Brot verbacken werden soll, mit Grill- und Räucherofen. „Das alles in einem halben Jahr Bauzeit, das hätte sonst vier bis fünf Jahre gedauert“, freut sich Schumacher.

2012 hat er noch 200 000 Liter Bier gebraut, 2013 waren es schon 350 000 Liter. „Es gibt so viele Nachfragen, dass ich gar nicht mehr alle bedienen kann“, berichtet Schumacher. In einer Patenbrauerei wird sein Bier für die längere Haltbarkeit mit Kronkorken abgefüllt. Auf Föhr will er mit einem Kompagnon eine Brauerei eröffnen, Sylter und Fehmarnbier gibt es bereits. „Das sind super Perspektiven, eine Million Liter Bier im Jahr werden angepeilt“, verspricht er seinen Aktionären.

Und nach einem gewonnenen Rechtsstreit dürfen auch wieder vier große Feste im Jahr gefeiert werden. Die Termine sind am 26. April ein Tag der offenen Tür, Vatertag an Himmelfahrt, Erntedankfest im Oktober und ein Sommerfest. Zudem sind Krebsessen, Grünkohlessen, aus eigenem Anbau, Stint essen und Wild grillen angesagt. 36 Aktionäre würde Schumacher noch aufnehmen, dann soll Schluss sein. Wer also Lust auf flüssige „Dividende“ hat, ist in Grönwohld richtig.






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