Luftballon-Aktion zum Abschied

Herbert Janßen ist stolz auf das harmonische Klima an der Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule. Am heutigen Donnerstag wird der Mitbegründer in den Ruhestand verabschiedet.
Herbert Janßen ist stolz auf das harmonische Klima an der Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule. Am heutigen Donnerstag wird der Mitbegründer in den Ruhestand verabschiedet.

Heute geht „Direx“ Herbert Janßen in den Ruhestand / Festakt und Empfang an der Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule

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28. Januar 2015, 10:54 Uhr

Die Selma-Lagerlöf-Gemeinschaftsschule (SLG) in Ahrensburg ist sein „Baby“. Herbert Janßen hat ihre Entwicklung von der Pike auf begleitet und gehörte 1992 natürlich zum Gründungskollegium. Heute wird der Schulleiter verabschiedet.

Schon beim Aufbau der ersten Integrierten Gesamtschule in Stormarn, der heutigen Anne-Frank-Schule in Bargteheide, war er im Gründungsteam. Dort hatte es wie später in Ahrensburg politische Widerstände gegen diese Schulform gegeben. „Die Entscheidung der Stadtverordneten war denkbar knapp“, sagt Janßen. Besonders umstritten war der Standort in der früheren Alfred-Rust-Realschule – er wurde schließlich per Bürgerentscheid ausgewählt.

Später wurde über die Einführung einer Oberstufe kontrovers diskutiert, ein Einspruch der Stadt scheiterte beim Verwaltungsgericht. „Wegen der hohen Qualifizierungsrate unserer Schüler entschied sich das Bildungsministerium dafür“, sagt Janßen. Doch das Geschichte, heute genießt die SLG einen sehr guten Ruf. Sie ist dreizügig geblieben, viele Aufnahmeanträge müssen deshalb abgelehnt werden. Janßens Stolz ist die Durchlässigkeit der Gemeinschaftsschule durch gemeinsames Lernen: „Kinder im Alter von knapp zehn Jahren sind längst nicht am Ende ihrer Entwicklung.“ Vielfach erreichen sie höhere Bildungsabschlüsse, als die Grundschule empfohlen hatte. Fast zwei Drittel der Abiturienten und Abgänger mit Fachhochschulreife starteten an der SLG mit einer Haupt- oder Realschulempfehlung.

„Stolz macht uns auch, dass nur 0,9 Prozent unsere Schule ohne einen Abschluss verlassen“, sagt er. Das ist weit unter dem Durchschnitt. Das respektvolle und friedliche Miteinander sei ein wichtiger Teil der gemeinsamen Arbeit mit Schülern aus den unterschiedlichen sozialen, kulturellen und familiären Verhältnissen. Auch Konflikte würden auf diese Weise gelöst. Zum guten Zusammenleben trügen auch die Angebote der offenen Ganztagsschule bei, bei denen Leistungen nicht bewertet werden. Etwa im Kursus darstellendes Spiel. In der kommenden Woche hat das Musical „Die rote Zora“ Premiere. „Auf der Bühne spielt die Herkunft keine Rolle, da bringt jeder mit seinen Stärken die Gruppe voran“, sagt Janßen.

Eine wichtige Rolle spielt die Berufsorientierung der pädagogischen Arbeit. Dafür wurde die SLG im Jahre 2013 als „starke Schule“ ausgezeichnet. Auf Landesebene belegte sie den ersten Platz, bundesweit den siebten. Ambitionierte Schüler erhalten Chancen, sich in der Forschung zu profilieren. Auch dafür gab es eine Auszeichnung. Im Wettbewerb „Jugend forscht“ wurde die SLG 2012 als Schule des Jahres gewürdigt.

Deutsch und Geschichte sind Herbert Janßens Unterrichtsfächer, hier liegen seine Interessen. Der Ahrensburger freut sich jetzt auf seinen Ruhestand: „Dann habe ich mehr Zeit zum Lesen und Studieren.“ Er hofft auf viele gemeinsame Jahre mit seiner Frau Sigrid. Zunächst möchte Janßen aber eine schöpferische Pause einlegen. Heute verabschieden die Schüler ihren „Direx“ mit einem Luftballonstart. Der Festakt beginnt um 15 Uhr, ein Empfang im Foyer um 17.30 Uhr. Zugleich feiert die Schule ihr 20-jähriges Bestehen.

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