zur Navigation springen

Lübeck: Immer mehr Unfälle durch Handy-Nutzung im Auto

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Polizeidirektion der Hansestadt stellt Verkehrssicherheitsbericht für 2016 vor und ergreift Maßnahmen

von
erstellt am 08.Mai.2017 | 17:45 Uhr

Die Polizeidirektion Lübeck hat den Verkehrssicherheitsbericht 2016 vorgelegt, der sich auf den Bereich der Hansestadt bezieht.
Dieses umfangreiche Zahlenwerk gibt einen Überblick über das Unfallgeschehen des vergangenen Jahres, aber auch Zahlen im Vergleich zum Vorjahr.

Im abgelaufenen Jahr wurde im Vergleich zum Vorjahr ein leichter Anstieg um 1,7 Prozent der Verkehrsunfälle registriert: Die Zahl stieg von 7434 auf 7562. Die Anzahl der Unfälle mit Personenschaden (VUP) ist dagegen leicht gesunken (-0,8 Prozent). Der Anteil der Verkehrsunfälle mit Verletzten am Gesamtgeschehen beläuft sich in der Hansestadt auf 15,7 Prozent.

Aber: Die Masse der Unfälle sind nach wie vor aufnahmefrei. 5853 Unfälle dieser Kategorie S3 wurden statistisch erfasst, das sind rund 77,4 Prozent. „Anhand dieser Zahlen ist erkennbar, dass mehr als Dreiviertel aller Unfälle im aufnahmefreien Bereich liegt“, erläutert Norbert Trabs, Leiter der Polizeidirektion Lübeck.

Auffällig sind die Steigerungsraten bei den Unfällen mit Kindern, insbesondere bei verletzten Kindern, die als Mitfahrer in Pkw beteiligt waren. Hier betrug die Steigerung 56,5 Prozent. Norbert Trabs: „Die Verhütung von Verkehrsunfällen mit Kindern als Beteiligte stellt einen besonderen Schwerpunkt der polizeilichen Maßnahmen dar, die aber nur im Verbund mit Elternhaus und Schule wirken können.“ Positiv hervorzuheben seit der deutliche Rückgang der schwerverletzten Verkehrsteilnehmer um 18,4 Prozent.

In dem Bericht finden sich wie in den Vorjahren auch die von der Polizeidirektion Lübeck ermittelten Unfallhäufungsstellen wieder. Norbert Trabs: „Diese Vorauswahl bildet die Grundlage für die Arbeit der Unfallkommission, die im Rahmen ihrer Sitzungen Entscheidungen vorbereitet, um diese Unfallschwerpunkte zu entschärfen.“

Für Rainer Dürkop, Leiter des Sachgebiets 1.3 (Verkehrssicherheit), ist nach wie vor die Verkehrsüberwachung eine der Hauptaufgaben der Schutzpolizei. Neben der Tempoüberwachung, der Verfolgung von Trunkenheits-/ Drogenfahrten und der Kontrolle von Verstößen gegen die Anschnallpflicht rückt nun immer mehr die verbotene Handy-Nutzung in den Blickpunkt der Überwachungskräfte.

Bei der Polizeidirektion Lübeck steht dieses Delikt bereits seit mehreren Jahren ganz oben auf der Agenda. Waren es 2007 insgesamt nur 302 Anzeigen, wurden 2016 bereits 910 Verstöße registriert. Immer mehr schwere Verkehrsunfälle gehen auf
das Konto„Verbotene Handy-Nutzung“. Rainer Dürkop: „Der Gesetzgeber wird diesem Umstand wahrscheinlich noch in diesem Jahr Rechnung tragen und die Bußgeldsätze deutlich erhöhen. Die Landespolizei Schleswig-Holstein wird 2017 unter dem Motto Runter vom Gas – Finger vom Handy einen Überwachungs- und Aufklärungsschwerpunkt legen.“

Polizeidirektor Norbert Trabs: „Auch in Zukunft wird die Verkehrssicherheitsarbeit eine Kernaufgabe der Polizeidirektion Lübeck sein. Nur so kann das Ziel, die Verkehrsunfallzahlen weiter zu reduzieren, erreicht werden. Fehlverhalten führt leider auch zu Toten und Verletzen im Straßenverkehr. Unangepasste Geschwindigkeit ist dabei die Hauptursache Nr. 1 und auch die Ablenkungen vom Verkehrsgeschehen durch Handy-Nutzung am Steuer greifen um sich. Hier werden wir durch Verkehrsüberwachung und Prävention verstärkt tätig sein.“




Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen