zur Navigation springen

„Feurio! Feurio!“ : Löscheinsatz wie zu Kaisers Zeiten

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

„Feurio! Feurio!“ heißt eine Ausstellung im Stormarnschen Dorfmuseum. Die Hoisdorfer Feuerwehrleute zeigten in Original-Uniformen und mit einer Handdruckspritze wie früher gelöscht wurde. Im Museum sind viele alte Helme zu sehen.

shz.de von
erstellt am 30.Sep.2013 | 13:00 Uhr

Der Feuerwehrmann radelt mit den Rufen „Feuer, Feuer“ und einer Signaltrompete durchs Dorf, um einen Brand zu melden. Mit Pferd und Wagen wird eine Handdruckspritze an den Brandort gekarrt. Ist sie in Stellung gebracht, ist Muskelkraft gefragt: Je drei Feuerwehrmänner pumpen an beiden Seiten, bis genügend Druck auf den Rohren ist. Eindrucksvoll zeigten die Hoisdorfer Feuerwehrleute bei der Eröffnung der Ausstellung „Feurio! Feurio!“, wie der Löschangriff zu Kaisers Zeiten ablief.

Gemeinde- und Ortswehrführer Ole Stolt begleitete die Aktion mit historischen Fakten: „Erst nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Spritze mit Autokraft vor Ort gebracht“. Zuvor mussten Pferdebesitzer abwechselnd ihre Tiere in Bereitschaft halten. Mit einer Eimerkette wurden die Flammen bekämpft und die Schläuche anschließend über großen Eichen getrocknet.

Besonders war auch die Kopfbedeckung. Als in der Nazizeit alle Helme abgegeben werden mussten, versteckte ein findiger Feuerwehrmann sie in der Kleiderkammer. So blieben die Original Lederhelme aus den Anfangszeiten der 1890 gegründeten Wehr bis heute in deren Besitz. Die Handdruckspritze aus dem Jahr 1904 ist eine Leihgabe eines privaten Museums in Gnutz.

Die Helme aus aller Welt stammen aus der Sammlung des Hamburgers Dieter Lange (72). Er ist seit 38 Jahren bei der Feuerwehr und hat in 30 Jahren mehr als 1000 Ärmelabzeichen und 250 Helme zusammengetragen. „Alle zwei Jahre treffen sich Sammler in den Dolomiten. „Da wird getauscht und gekauft und verkauft“, berichtet der Senior, der auch durch das ganze Land reist, wenn es mal irgendwo eine Rarität gibt. So für seinen Hamburger Berufsfeuerwehrhelm, der bis 1920 im Einsatz war und perfekt zu seiner Original Uniform passte. Außerdem ist er Mitglied im Feuerwehr Historikerverein.

Die Ausstellung hat der ehrenamtliche Museumsleiter Klaus Bustorf zum 35-jährigen Bestehens des Dorfmuseums an heutiger Stelle organisiert. Die Ausstellung kann bis zum 19. Oktober angeschaut werden. Das Stormarnsche Dorfmuseum im Sprenger Weg 1 ist dienstags von 9 bis 12 und sonnabends von 14 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen