Bad Oldesloe : Lkw-Unfall – und alles steht

Von einem speziellen Gerüst aus befreien Feuerwehrleute den eingeklemmten Fahrer.
Foto:
1 von 4
Von einem speziellen Gerüst aus befreien Feuerwehrleute den eingeklemmten Fahrer.

Zusammenstoß auf der Ratzeburger Straße bringt Verkehr in der Kreisstadt zum Erliegen. Die Feuerwehr zeigt sich besorgt über die Staus, weil nicht mehr garantiert werden kann, dass die Retter die Wache schnell erreichen.

23-2176993_Bad Oldesloe_Andreas_Olbertz_Redakteur.JPG von
14. April 2014, 06:00 Uhr

Da war wohl ganz viel Glück im Spiel. Die Szenerie auf der Ratzeburger Straße (B 208) sah schlimmer aus, als sie tatsächlich war. „Normalerweise kommt man da nicht mehr heil heraus“, sagte ein Lkw-Fahrer, der zufällig an der Unglücksstelle vorbei kam.

Eine 78-jährige Barkhorsterin wollte gestern Mittag nach links auf das Gelände eine Tankstelle einbiegen. Sie setzte in ihrem Polo den Blinker, wurde langsamer, überlegte es sich dann aber wohl doch anders. Blinker aus. Wenige Meter weiter bog sie dann auf die zweite Tankstellenzufahrt – ohne zu blinken. Ein hinter ihr fahrender Kieslaster konnte noch knapp bremsen. Der 53-jährige Fahrer aus Heringsdorf wich auf die Gegenfahrbahn aus. Der 65-jährige Trucker in einem folgenden Kühllaster kam nicht mehr rechtzeitig zum Stehen. Der Lübecker krachte hinten auf den Kieslaster.

Um den eingeklemmten Fahrer aus seiner demolierten Kabine befreien zu können, musste die Ratzeburger Straße gesperrt werden. Der stadtauswärts fahrende Verkehr staute sich kilometerweit. Die Polizei leitete die Fahrzeuge in die Sehmsdorfer Straße.

Die Feuerwehrleute mussten eine Lkw-Rettungsbühne errichten, um an den Fahrer herankommen zu können. Die Tür wurde kurzerhand abgeschnitten, das Fahrerhaus etwas auseinander gedrückt, dann war der Lübecker befreit. Einsatzleiter Kay-Uwe Gatermann: „Der war so gut drauf, der konnte ja sogar alleine aussteigen.“ Beide Brummi-Piloten kamen dennoch ins Krankenhaus. Die Polizei beziffert den Sachschaden mit 100 000 Euro.

Aus Feuerwehrsicht lief der Einsatz reibungslos ab. Doch es hätte leicht anders kommen können. Mit einiger Sorge beobachtet Wehrführer Gatermann die aktuelle Verkehrslage. Weil die Kurparkkreuzung gesperrt ist, droht in Oldesloe der Verkehrsinfarkt. Das hat Auswirkungen auf die Feuerwehr. Kay-Uwe Gatermann erklärt: „Von der Wache zur Einsatzstelle zu kommen, ist nicht das Problem. Die Verzögerungen sind minimal.“ Wenn das Blaulicht erst mal an ist, wird den Fahrzeugen schon Platz gemacht. Doch die Retter müssen ja vom Arbeitsplatz oder ihrer Wohnung zum Gerätehaus kommen. „Es hat mich gewundert, aber wir hatten diesmal kein Problem“, zeigt sich Gatermann überrascht. Das Problem ist dem Einsatzleiter klar: „Alles kommt über die Ratzeburger rein und alles geht über den Ring weg. Dann staut es sich an Stellen, wo man es nicht erwartet.“ Die Feuerwehr werde die Entwicklung beobachten, noch sei es zu früh, um Maßnahmen zu treffen.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen