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Bad Oldesloe : Lkw-Parkplätze auf Lagerflächen an der A 1?

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Die Autobahnen und die Flüchtlingsfrage waren Themen auf der Sitzung des Regierungskabinetts im Kreistag in Bad Oldesloe.

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erstellt am 08.Sep.2015 | 17:53 Uhr

„Die Gemeinden kommen zunehmend in Schwierigkeiten, und das ist nicht nur eine Frage des Geldes. Mir fehlen in der Flüchtlingsfrage Vorgaben, wie die Entwicklung weitergehen soll“, sagte Landrat Klaus Plöger nach der Sitzung des Regierungs-Kabinetts im Stormarner Kreistag. Adressat dieser Worte war nicht in erster Linie die Landes-, sondern die Bundesregierung.

In dieser Wochen sollen 70 Flüchtlinge in Stormarn ankommen, dann wöchentlich 100, und zwar an allen Werktagen. „Bisher haben die Bürgermeister es immer geschafft, aber die Kapazitäten sind endlich.“ Das gelte auch für die ehrenamtlichen Helfer. „Wir haben alle Angst, dass die Stimmung kippen könnte. Nur Gutmensch zu sein, wird nicht reichen. Man muss auch Realist sein – und als Staat lenken und leiten“, so Plöger in der Pressekonferenz nach der Sitzung.

„Der Landrat hat sehr eindringlich auf die Endlichkeit hingewiesen, wie lange eine Gesellschaft das aushält. Wir können die Antwort noch nicht geben“, sagte Albig. Er wisse aber, dass die Unterbringung von Flüchtlingen in den Kommunen nicht nur eine Frage des Willens, sondern auch der Möglichkeiten sei. „Vor allem im Hamburger Randbereich stoßen wir da an Grenzen“, weiß auch Innenminister Stefan Studt.

Er nahm aus Stormarn noch mehr Themen mit nach Kiel. Neben verrottender Infrastruktur sind dies das Unfallmanagement nach Lkw-Karambolagen auf Autobahnen und die „Hinterlassenschaften“ insolventer Baufirmen. Wegen stundenlang gesperrter Autobahnen nach Unfällen hatte sich Stormarns Landrat schon mehrfach beschwert, dass die Polizei angeblich nicht selbst einen Abschlepp-Kran bestellen darf, sondern auf den Unternehmer warten müsse. „In Hamburg funktioniert es auch anders. Die Unterlagen habe ich der Landesregierung zukommen lassen“, so Plöger.

Nicht auf, sondern neben der A  1 befinden sich in Nordstormarn noch immer die Überreste der Lager- und Arbeitsflächen von der Fahrbahnsanierung. Die Firma Betam war in Insolvenz gegangen, das Land sieht sich nicht zuständig, da die Lager- udn Aufarbeitungsflächen nicht Teil der Ausschreibung waren. Dafür müssen die Firmen selbst sorgen, die Pachtverträge mit drei Landwirten abschlossen.

Die haben nun das Problem mit alten Betonrohren und Fässern, verdichtetem Boden und rund 200  000 Kubikmetern Erde und Geröll. Die Entsorgung ist teuer, es ist aber eher unwahrscheinlich, dass am Ende des Insolvenzverfahrens noch etwas übrig bleibt. „Ich habe versprochen den Landwirten zu helfen. Es kann nicht sein, dass sie durch so etwas in ihrer Existenz gefährdet werden“, so Plöger.

Seine Idee, die er der Landesregierung schmackhaft machen möchte: Wenn die Flächen nicht mehr für Ackerbau benutzt werden, könnte man auf den verdichteten Böden Parkplätze für Lkw schaffen, die entlang der A  1 ohnehin dringend gebraucht würden. Es soll demnächst eine Runde zu diesem Vorschlag geben.

Man habe immer Sympathien für Schilderungen aus der Realität, „das ist ja auch Sinn dieser Treffen“, so Ministerpräsident Albig: „Ich hoffe, dass wir bald an den Kreis melden können, dass das Problem gelöst ist.“

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