Urgestein : „Links, dickschädelig und frei“

„Wann wir schreiten Seit’ an Seit’“: Eckart Kuhlwein.
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„Wann wir schreiten Seit’ an Seit’“: Eckart Kuhlwein.

Eckart Kuhlwein hat ein Stück Parteigeschichte geschrieben. 50 Jahre SPD-Mitgliedschaft werden am Donnerstag gefeiert.

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19. Januar 2015, 15:48 Uhr

„50 Jahre mit Eckart“ feiert die SPD am Donnerstag, 22. Januar, um 19.30 Uhr im Restaurant „Zum Pferdestall“. An diesem Tag vor 50 Jahren – am 22. Januar 1965 – war Eckart Kuhlwein in Großhansdorf der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands beigetreten. Der gebürtige Schleswiger und studierte Volkswirt war als Journalist in Kiel und Lübeck tätig, bevor er 1964 Chefredakteur einer Publikation der politischen Öffentlichkeitsarbeit wurde.

Seine politische Karriere begann 1966 als Gemeindevertreter in Großhansdorf. Von 1969 bis zu seinem Einzug in den Landtag 1971 war Kuhlwein Landesvorsitzender der Jusos. Von 1973 bis 2003 gehörte er dem Landesvorstand der SPD an.

Auf Kuhlweins politischer Agenda standen die Themen Atomkraft, Radikalenerlass und Umwelt. Er setzte sich für eine Aufwertung der beruflichen Bildung ein, wetterte gegen Privatisierungen, war daran beteiligt, den Transrapid durch Stormarn und Lauenburg zu verhindern und setzte sich bei den Koalitionsverhandlungen 1996 und 2000 in Kiel für Nachhaltigkeit und Klimaschutz ein.

Eckart Kuhlwein hat drei Söhne aus erster Ehe. 1977 heiratete er Sigrid Kuhlwein, mit der er seitdem in Ammersbek wohnt. Sigrid Kuhlwein brachte ebenfalls einen Sohn mit in die Ehe.

Sein Landtagsmandat legte Eckart Kuhlwein nieder, als er 1976 erstmals in den Bundestag einzog, dem er bis 1998 angehörte. Viele Jahre war er Sprecher der Linken in der Fraktion, von 1988 bis 1990 Vorsitzender der Enquête-Kommission Bildung und von 1990 bis 1994 Vorsitzender des Ausschusses für Bildung und Wissenschaft.

Mit Ulrike Mehl und Konrad Nabel gründete er 1996 das „Umweltforum“ der SPD Schleswig-Holstein, dessen Koordinator er bis heute ist. Zudem ist Eckart Kuhlwein Kreisvorsitzender der Naturfreunde und deren Bundesfachgruppenleiter für Natur- und Umweltschutz und Sanften Tourismus (NUST) sowie im Deutsch-Zyprischen Forum engagiert.

Bundesweit bekannt wurde der Ammersbeker, als er im Februar 1998, zwei Wochen vor der Niedersachsenwahl, mit sechs Genossen ein Papier veröffentlichte, in dem eine andere Wahlkampfstrategie für die SPD gefordert wurde und das als Anti-Schröder-Papier interpretiert wurde. Das sei ein Missverständnis, sagte er später, aber „Links, dickschädelig und frei“ heißt nicht nur das Buch, das Kuhlwein 2010 über 30 Jahre im SPD-Landesvorstand schrieb.

„Eckart hat in seinem Wahlkreis, im Bundestag, im Landtag, für die Ortsvereine Großhansdorf, Ahrensburg und Ammersbek sowie für die Landes- und Bundespartei herausragend viel bewegt“, sagt Rita Thönnes, Vorsitzende des Ortsvereins Ammersbek und Ehefrau des Bundestagsabgeordneten Franz Thönnes.

Sie wird auf dem Empfang ebenso sprechen wie Stormarns SPD-Kreisvorsitzende Susanne Danhier und SPD-Landesvorsitzender Ralf Stegner. Nach „Eckarts Rückschau“ nehmen dann Kurt K. Pump, Till Weber und Jens von Häfen als Kabarett „tritop“ kein Blatt vor den Mund. Die „Wasserwerker“, das einzige überparteiliche Kabarett eines Parlaments, gibt es nicht mehr. Eckart Kuhlwein hatte „Die 6. Fraktion“ 1992 mit Ulrike Mehl und anderen initiiert. Der letzte Auftritt war 2003 in Berlin.

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