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Ahrensburg : Lindenhof: Politik gibt grünes Licht

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Vertrag für das innerstädtische Grundstück soll unterzeichnet werden.

von
erstellt am 26.Feb.2014 | 12:30 Uhr

Das Lindenhof-Gelände zwischen Bahnhof und Innenstadt kann bebaut werden. Nach langem Hin und Her führten die Stadtverordneten auch am Montagabend noch eine längere Debatte, bevor eine Mehrheit von CDU, FDP und Grünen dem städtebaulichen Vertrag zustimmte. Zugleich wird der Architekten-Wettbewerb gestartet.

Auf dem fast 3000 Quadratmeter großen Gelände plant die eigens dafür gegründete Projektgesellschaft von Baustudio Ahrensburg und Hochtief Hamburg eine bis zu sechsgeschossige Bebauung mit Einzelhandel im Erd- und eventuell im Obergeschoss, wo auch Büros und Arztpraxen vorgesehen sind. Ab dem zweiten Obergeschoss soll es eine reine Wohnnutzung geben. Vorgesehen sind eine eingeschossige Tiefgarage sowie einige oberirdische Stellplätze.

Weil das die 60 Plätze auf dem Lindenhof nicht ersetzen kann, bekommt die Stadt 500 000 Euro Ablöse, um neue Parkplätze zu schaffen. Der Kaufpreis für das Grundstück selbst beläuft sich auf rund drei Millionen Euro.

Die FDP, die ursprünglich gegen den Verkauf war, stimmte jetzt zu, weil das Projekt schon zu weit fortgeschritten sei. „Das Kind ist bereits in den Brunnen gefallen und ertrinkt gerade“, sagte Thomas Bellizzi (FDP). Die einzige Einflussmöglichkeit der Stadt bestehe jetzt über die Wettbewerbsjury. Daraus müsse man nun das Beste machen.

Das Parkplatz-Problem war ein Grund dafür, dass die WAB den Vertrag ablehnte. „Wir brauchen zuerst einen Rahmenplan für die Innenstadt“, sagte Peter Egan. Damit stießt er in das gleiche Horn wie die SPD. Die Sozialdemokraten wollten zuerst das Verkehrsproblem lösen. Das Straßennetz in Richtung Innenstadt werde sonst kritisch überlastet, sagte Fraktionsvorsitzender Hartmut Möller. Zudem warnte er noch mal vor möglichen Schadensersatzforderungen, die auf die Stadt zukommen könnten. Das werde zwar im öffentlich-rechtlichen Teil des Vertrags ausgeschlossen, nicht aber im privatrechtlichen, der aber nicht offen diskutiert werde. Die jetzige Vereinbarung sei „im Hinterzimmer mit dem Investor besprochen worden“, pflichtete ihm Rafael Hase (SPD) bei.

Mit dem Antrag, ein Viertel der auf dem Lindenhof-Gelände geplanten Wohnungen sozial zu binden, versuchte die SPD noch, die Abstimmung zu verschieben. Doch dafür gab es keine Mehrheit.

Die Grünen seien für Sozialwohnungen, sagte Fraktionschef Jörg Hansen, „aber auf diesem Filet-Grundstück an einer der teuersten Ecken der Stadt sind sie nicht gerechtfertigt.“ Seit vier Jahren werde mittlerweile über den Lindenhof diskutiert: „Wir wollen nicht warten, bis der letzte Investor weggelaufen ist.“ Der Verkauf des Grundstücks sei auch ein Mittel, um Ahrensburg aus der Finanzmisere zu führen. Die Chance, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, habe die SPD beim Neubaugebiet Erlenhof versäumt, so Hansen. Das rief den Widerspruch von Rafael Hase hervor: „Wenn den Erlenhof jemand versaut hat, waren es die Grünen.“

Michael Stukenberg (FDP) sah die Verlässlichkeit der Stadt auf dem Spiel, der Vertrag sei ein Kompromiss, den man mitgehen könne. In Ahrensburg gebe es eine „morbide Neigung zur Schwarzmalerei“, sagte Christian Conring (CDU): „Wir sollten an die Chancen denken und nicht eine Parkplatz-Brache konservieren.“

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