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Das Künstler-Stipendium : Licht, Linien, Brechungen und Zwischenraum

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Für Stipendiatin Lily Wittenburg geht das Jahr in der Trittauer Wassermühle zu Ende mit einer Ausstellung.

Fast ein Jahr hat die Künstlerin Lily Wittenburg in der Wassermühle gelebt und gearbeitet. Die schöne Umgebung beeinflusste sie jedoch weniger, allein „die Ruhe und Konzentration, das Fixiertsein auf die Arbeit“ hat zu ihrem Schaffensprozess beigetragen, denn sie ist eine bekennende Nachtarbeiterin. Für einige ihrer Werke allerdings auch unumgänglich, damit sie nicht pausenlos alles verdunkeln muss: Die Lichtbrechungen, Spiegelungen und Effekte ihrer Lichtinstallationen werden erst im Dunkeln richtig sichtbar. Sie nennt das poetische oder philosophische Physik.

Lily Wittenburg zeichnet und malt nicht nur, sie untersucht, wie sich Flüssigkeiten, wie beispielsweise flüssiges Metall, die miteinander in Kontakt treten, verhalten. In der Ausstellung „Odessa Theda Stein“ zeigt sie Fotografien, Scans, Chromatografien, Zeichnungen und Lichtinstallationen. Der Titel der Ausstellung weist auf die Themenfelder Ort, Zustandsform und Gegenstand hin, denen sich die 30-Jährige gewidmet hat. Was passiert, wenn sich Lichtquellen treffen, wie die des Scanners mit einer weiteren äußeren Lampe, wenn sich Linien treffen oder Flüssigkeiten zusammenfließen? Das beschäftigt die Künstlerin, die faszinierende Scans aus Licht und Staub zeigt ebenso wie optische Täuschungen, die scheinbar neue Räume zeigen.

Während der Trittauer Zeit ist auch ihr Buch „Der gesprengte Zwischenraum“ entstanden, in dem einige Werke abgebildet werden. Zudem weisen vielschichtige Texte den Weg zur künstlerischen Arbeit.
Nach der Zeit in der Wassermühle geht Lily Wittenburg aus privaten Gründen nach Berlin, widmet sich dort vermehrt dem Schreiben mit dem Schwerpunkt künstlerische Themen.

Die Abschlussausstellung wird an diesem Sonnabend, 28. März um 16 Uhr eröffnet. Es begrüßt Dr. Martin Lüdiger, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Holstein, deren Kulturstiftung den Aufenthalt finanziert hat. Eine Einführung gibt Dr. Katharina Schlüter, Kuratorin der Sparkassen-Kulturstiftung. Die Ausstellung läuft bis zum 26. April, ist sonnabends und sonntags von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Am Sonnabend, 4. April wird ein Künstlergespräch mit Wittenburg und der Professorin Ursula Panhaus-Bühler angeboten. Der Eintritt ist frei.




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