Letzter Neujahrsempfang als Bürgervorsteherin

Bürgervorsteherin Ingeborg Reckling und Bürgermeister Horst Ansén beim Neujahrsempfang.
Bürgervorsteherin Ingeborg Reckling und Bürgermeister Horst Ansén beim Neujahrsempfang.

Ingeborg Reckling tritt zur Kommunalwahl in Ammersbek nicht mehr an

shz.de von
15. Januar 2018, 11:16 Uhr

Das war’s: Der letzte Neujahrsempfang für Stormarns dienstälteste Bürgervorsteherin. Ingeborg Reckling gehörte bereits der ersten Ammersbeker Gemeindevertretung an, die 1978 nach dem Zusammengehen von Hoisbüttel und Bünningstedt gewählt wurde. 1990 wurde die Sozialdemokratin zur Bürgervorsteherin gewählt und blieb es mit Ausnahme einer Wahlperiode bis heute. Von 2003 bis 2008 war sie stellvertretende Bürgervorsteherin.

Im Mai müssen sich die Ammersbeker jemanden naderen suchen. Ingeborg Reckling, mittlerweile über 70 Jahre alt, tritt nicht wieder an. Dass es ein Jubiläumsjahr ist – 40 Jahre Ammersbek – spielt keine Rolle. Angesichts der Haushaltslage hatte der Hauptausschuss beschlossen, dass das Gemeindejubiläum nicht gefeiert wird, sagte Ingeborg Reckling beim Neujahrsempfang.

Sie ist nicht die einzige einer Riege altgedienter Kommunapolitiker, die 2018 aufhören. „Das politische Ehrenamt stößt an seine Grenzen, weil die Aktiven verhältnismäßig alt sind“, so die Bürgervorsteherin. Besonders deutlich wurde das gerade bei den Grünen, die bisher nicht genug Bewerber für die fünf Wahlkreise haben.

Bürgermeister Horst Ansén hatte die Besucher im Pferdestall mit launigen Worten begrüßt. Und wenn der 40. Geburtstag schon nicht gefeiert wird, hatte er einen Rückblick mit historischen Fotos vorbereitet.

Die Gemeindekasse sei „mehr als leer“, sagte Ansén. Gleichwohl müsse Ammersbek in die Zukunft und die nachfolgenden Generationen investieren, in Schulen, Freiwillige Feuerwehr und Straßenbau. An die Ausstattung der Schulen würden heute ganz andere Anforderungen gestellt als früher. Ein Neubau der Grundschule in Bünningstedt sei zwar teuer, mit Nostalgie aber könne keine Zukunft gestattet werden.

Das Feuerwehrgebäude in Hoisbüttel müsse modernisiert werden, das Gerätehaus in Bünningstedt werde an einem neuen Standort neu gebaut. Das alte Grundstück werde dann für Wohnungsbau frei. Die Rahmenbedingungen seien denkbar günstig, so Ansén. Hamburg boome, die Arbeitslosenquote in Stormarn sei niedrig und im Kreis fehlten viele Wohnungen. Die Gemeinde sei aber „nicht der Erfüllungsgehilfe für irgendwelche Investoren“, so der Bürgermeister.

Die neuen Gemeindevertreter müssten die notwendigen Entscheidungen für die weitere Entwicklung treffen. „Sie haben eine hohe Beteiligung bei der Kommunalwahl verdient“, sagte Bürgermeister Ansén.

Angesichts der wachsenden Zahl von Senioren befürwortet Bürgermeister Ansén Begegnungsstätten in den Ortsteilen: „Sie können den Menschen Wege aus der Isolation in die Gemeinschaft weisen.“ 3000 Ammersbeker sind inzwischen im Seniorenalter, knapp ein Drittel der Einwohner.

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