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Stormarner Tageblatt

24. September 2017 | 12:37 Uhr

Letzte Ruhe unter alten Bäumen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Ev. Kirchengemeinde Reinfeld geht auf Neuem Friedhof mit Bestattungen auf Obstwiese und unter Birke und Co. neue Wege

shz.de von
erstellt am 04.Apr.2014 | 17:38 Uhr

Dauerregen auf dem neuen Friedhof. „Richtiges Friedhofswetter“, bemerkt eine Besucherin auf dem Weg zu der neuen Obstwiese. Friedhofsverwalter Christian Frerichs (38, kl. Foto) führt eine Gruppe Interessierter, die sich nicht von feucht-nassen Temperaturen abschrecken lässt, durch das Gelände. „Wir veranstalten hier erstmals einen Informationstag, damit sich jeder ein Bild von unseren neuen Bestattungsformen machen kann“, erklärt der Landschaftsgärtner und Diplom-Ingenieur für Landschaftspflege, der seit über einem Jahr den Friedhof leitet. 13 Obstbäume hat er bereits im Herbst gepflanzt. Jetzt beginnt bald die Blüte der Birnen-, Äpfel-, Mirabellen- und Quittenbäume. Hier können 20 Urnen bestattet werden – rundherum von Findlingen umgeben, an denen - auf einem grünen Efeu-Blatt eingraviert - die Namen der Verstorbenen stehen. Eine kleine Nische dient zum Ablegen von Devotionalien. Gleich nebenan können Familien in einem hübsch bepflanzten Rundgrab unter einer alten Birke ihre letzte Ruhe finden. Das sei noch ein wenig persönlicher als das Begräbnis auf der Obstwiese. Vier „Familienbäume“ stehen zur Verfügung mit Platz für insgesamt 24 Urnen.

„Wir müssen den Zeichen der Zeit Rechnung tragen“, erklärt Frerichs den Besuchern, denn heute seien bereits zwei Drittel Urnenbestattungen. Eine Alternative sei auch das Staudengrab, das zehn Urnen beherbergen könne. Die alten, klassischen Grabanlagen seien nicht mehr so gefragt: „Wir lösen mehr Gräber auf als wir wieder belegen können.“ Die Angehörigen wünschten sich mehr und mehr ein pflegeleichtes Grab – eingebettet in eine natürliche Umgebung. Deshalb soll der Friedhof am Kalkgraben auch nach und nach parkähnlicher gestaltet werden. Die Wege werden nicht mehr so matschig, sondern mit Gras bewachsen sein. Frerichs: „Natürlich ist auch eine klassische Bestattung weiterhin möglich. Auf dem Friedhof an der Kirche wird alles so bleiben wie es ist.“

Für Christian Frerichs ist es nicht irgendein Job, sondern eine Berufung. Denn er möchte, dass der Friedhof für Angehörige und Trauernde ein Ort der Besinnung, der Begegnung und der Ruhe ist. Deshalb berät er die Hinterbliebenen nach bestem Wissen und Gewissen, denn eine Grabstätte sei ein Ort, an dem man das Andenken der Verstorbenen in Ehren halten und ein Zeichen gegen das Vergessen setzen könne. „Es ist ein Ort der Stille, den man besuchen und an dem man sich erinnern kann. Viele Menschen brauchen das“, weiß Frerichs.






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