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Stormarner Tageblatt

21. November 2017 | 11:28 Uhr

Ahrensburg : Letzte Chance für die Südumgehung

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Knappe Mehrheit der Abgeordneten sprach sich für CDU-Antrag, die Realisierungsmöglichkeiten prüfen zu lassen. 60 000 Euro wird das kosten.

Es dürfte wohl der letzte Versuch sein, den Traum doch noch wahr werden zu lassen: den Bau einer Südtangente. Am Montagabend stimmten die Ahrensburger Stadtverordneten in namentlicher Abstimmung mehrheitlich dem Antrag der CDU zu, eine Realisierungsabschätzung für eine Südtangente in Auftrag zu geben. Mit 14 Ja- bei zwölf Nein-Stimmen und einer Enthaltung war die Entscheidung denkbar knapp.

Mit einer Südtangente zwischen der Hamburger Straße (L  82), Einmündung Eulenkrugstraße und dem verlängerten Ostring oder der A1-Anschlussstelle soll nicht nur ein drohender Verkehrskollaps in der Ahrensburger Innenstadt verhindert werden. Es wäre auch eine „Wiedergutmachung“ für die vergebene Chance auf eine Nordtangente.

Die Trassenführung könnte im äußersten Süden noch auf Ahrensburger Gebiet verlaufen, als Talbrücke über die Eisenbahngleise. Die jetzige Querverbindung Brauner Hirsch würde entfallen, die Strecke im archäologisch sensiblen Grabungsschutzgebiet könnte renaturiert werden. Das Problem ist allerdings der Zeitfaktor. Im Zuge der S4-Planung beginnt die Deutsche Bahn im Herbst mit dem Planfeststellungsverfahren für eine Brücke im Braunen Hirsch.

Für die Realisierungsabschätzung sind Kosten von 60  000 Euro angesetzt. FDP, Grüne und SPD sahen keine Chance auf Verwirklichung der Trasse und lehnten den Antrag deshalb ab. Ganz anders argumentierten CDU und WAB. „Nach vier Jahren Diskussion wäre diese Abschätzung ein erster Schritt, das Projekt zu realisieren“, sagten Peter Egan (WAB) und Carola Behr (CDU). Klar müsse aber auch sein, so Egan, dass bei einer Ablehnung der Trasse das Projekt endgültig gestorben sei.

Für den CDU-Fraktionsvorsitzenden Tobias Koch war es die letzte Sitzung als Ahrensburger Stadtvertreter. Der 43-Jährige wird Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion, eine Position, die mit hohem Arbeitsaufwand verbunden ist. In einer persönlichen Erklärung bedankte sich Koch bei allen Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung für die Zusammenarbeit, „auch wenn es manchmal hart zur Sache ging“.

Der gelernte Banker gehört der Stadtvertretung seit 20 Jahren an und ist seit Ende 2014 CDU Kreisvorsitzender. Seit zwei Legislaturperioden vertritt er Stormarn-Mitte im Landtag, ist seit 2011 stellvertretender Fraktionsvorsitzender und seit 2016 auch stellvertretender Landesvorsitzender der CDU. Seinen Wohnsitz wird Tobias Koch in Ahrensburg belassen.

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