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Bad Oldesloe : Leitstelle komplett und bald digital

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Fünf neue Disponenten haben ihren Dienst angetreten. Ab Herbst kommen die digitalen Funkgeräte für Rettungsdienst, Kat-Schutz und Feuerwehr.

Seitdem die Integrierte Rettungsleitstelle nicht nur für Stormarn und das Herzogtum Lauenburg, sondern auch für Ostholstein zuständig war, machte die IRLS vor allem wegen Problemen von sich reden. Führungswechsel und mehrere Anzeigen wegen unterlassener Hilfeleistung brachten die Leitstelle in die Negativ-Schlagzeilen.

Damit ist es vorbei. Alle Anzeigen, unter anderem vom CDU-Bundestagsabgeordneten Norbert Brackmann in seiner Funktion als stellvertretender Lauenburger Landrat, sind eingestellt, „wegen nicht hinreichenden Tatverdachts“, sagt Fachbereichsleiterin Anja Kühl. Und fügt als Juristin hinzu: „Das war auch zu erwarten.“

Carsten Horn, ein Mann aus dem Hause, hatte die Leitung der IRLS im April kommissarisch und seit September offiziell übernommen: „Es läuft. Wir haben super Mitarbeiter, und die sind 365 Tage im Jahr rund um die Uhr für den Bürger da.“ Personell ist die IRLS jetzt voll ausgestattet. Am Montag haben fünf neue Disponenten begonnen, damit sind alle 30 Planstellen besetzt. Platz genug gibt es, da im vergangenen Jahr zusätzliche Räume in einem anderen Stockwerk dazu kamen.

Auch die Neuen sind ausgebildete Rettungs-Assistenten und verfügen über Führungserfahrung bei der Feuerwehr. Auf den speziellen Dienst in der Rettungsleitstelle werden sie von Stephan Rode und Markus Wölms vorbereitet. „Dazu gehört auch eine Bereisung durch die drei Kreise, um sich ein Bild von den besonderen Objekten machen zu können“, sag Anja Kühl.

Dazulernen müssen aber nicht nur sie. In diesem Jahr steht die Umrüstung auf Digitalfunk an. „Das ist ein Riesenthema“ sagt Horn. Die Kosten für den Zugang zum Digitalnetz teilt sich die IRLS mit den Lübeckern. Von Oldesloe gehen die Signale per Leitung an den dortigen Knotenpunkt, der sie an die einzelnen Sendemasten verteilt. Am teuersten wird mit einer Million Euro aber die neue Telefonanlage für die Leitstelle. Anja Kühl: „Die vorhandene ist zwölf Jahre alt und komplett analog.“

Gleichzeitig kommt mit Cobra  4 eine neue Software. In der Leitstelle muss sie nur funktionieren, die meiste Arbeit damit haben die Feuerwehren, die Fahrzeuge, Ausrüstung, Mannstärke und vor allem die Alarmierungs-Reihenfolge in die Feuerwehr-Verwaltungssoftware eingeben müssen. Aus der werden die Daten dann in Cobra  4 übernommen.

Notwendig ist das, weil es eine „Qualifikationsbezogene Alarmierung“ geben soll. Künftig müssen bei einem „Feuer Standard“ zwölf Mann, davon sechs Atemschutzgeräteträger, sowie ein Fahrzeug mit 1000 Liter Wasser ausrücken. Bei „Feuer groß“ ist es bereits ein Löschzug, das heißt zwei Gruppen und 22 Mann.

„Auf den Dörfern haben wir aber keine Züge, sondern Gruppen – wenn wir gut sind“, sagt Kreisbrandmeister Gerd Riemann. Manche Ortswehren verfügen auch nur über vier Atemschutzgeräte, und selbst für die gibt es tagsüber oft keine Feuerwehrleute, weil die außerhalb arbeiten.

Die Leitstelle wird in Zukunft also häufiger mehrere Feuerwehren alarmieren. Weil der Computer die Bereichsfolge einfach nur abarbeitet, bis die vorgesehen Daten erreicht sind, appelliert Riemann an die Ortswehrführer, die Verfügbarkeits-Daten realistisch einzugeben und „an Position vier, fünf oder spätestens sechs eine große Feuerwehr zu setzen“. Wenn die Ortswehren in ländlichen Bereich nur kleinen Nachbarwehren eintragen, „haben wir ganz schnell einen Amtsfeuerwehrtag“, so Riemann.

Die Auslieferung der Digitalfunkgeräte beginnt im Spätsommer. Los geht es mit dem Rettungsdienst, dann folgt der Katastrophenschutz und schließlich die Feuerwehren. 149 Geräte wird Stormarn monatlich erhalten, insgesamt knapp 1800 Geräte. Für die Umstellung, die rund ein Jahr in Anspruch nimmt, wird beim Kreisfeuerwehrverband eine Digitalfunk-Servicestelle eingerichtet.

Die Handgeräte kosten 250 bis 300 Euro, die Geräte für den festen Einbau etwa das Dreifache. Dieser etwa 40 Prozent günstigere Preis gilt allerdings nur für die Digitalfunkgeräte aus der Sammelbestellung. Die Beschaffung geht zu Lasten der Kommunen, wird vom Land allerdings mit 30 Prozent aus der Feuerschutzsteuer bezuschusst. Den Preis für den Einbau schätzt Riemann bei Pkw auf 800 bis 1000 Euro, bis Einsatzleitfahrzeugen sogar auf das Dreifache. Immerhin: 20 Prozent der Kosten kommen aus dem Kreisanteil an der Feuerschutzsteuer.

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