Bad Oldesloe : Leitstelle braucht mehr Personal

Leitstellen-Chef Carsten Horn und Fachbereichsleiter Andreas Rehberg in der IRLS.
Leitstellen-Chef Carsten Horn und Fachbereichsleiter Andreas Rehberg in der IRLS.

Das Personalgutachten für die IRLS sieht vor allem im Leitungsbereich Bedarf. Der geplante Neubau der Regionalleitstelle soll 2021 fertig werden.

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21. August 2018, 06:00 Uhr

Die Integrierte Regionalleitstelle Süd (IRLS) in Bad Oldesloe braucht 20 Prozent mehr Personal. Das ist das Ergebnis des Personal- und Raumgutachtens, das der Kreis in Auftrag gegeben hatte. Es scheint vor allem an der Führung zu mangeln. Jeweils fast drei volle Stellen fehlen laut Gutachter bei Gesamtleitung sowie für die Systemadministration, zwei sind es bei den Schichtleitern.

Insgesamt halten die Autoren 4,27 Stellen für Leitungs- und Sonderaufgaben, 5,72 für Systemadministration, 6,74 für Schichtleiter und 31,35 Stellen für Sachbearbeiter für notwendig. Das sind 8,29 mehr als bislang. Das IRLS-Personal würde auf 48 Vollzeitstellen wachsen. Gegenüber 2016, als es 30 Vollzeitstellen waren, ist das ein Anstieg um 60 Prozent.

Das Rechnungsprüfungsamt des Kreises empfiehlt zudem eine weitere Stelle, die sich ausschließlich mit Haushaltsplanung und -vollzug im Fachdienst Gefahrenabwehr und Leitstelle befasst. Als Grund werden „erhebliche Defizite“ genannt, die das Amt in einer Sonderprüfung 2016 und 2017 feststellte. Dem Fachdienst war danach ein „Springer“ zugewiesen worden. Daraus soll jetzt eigene Stelle im Kreishaushalt werden.

„Das Ergebnis der Gutachten passt in das Gefüge andere Leitstellen im Land“, sagt Fachbereichsleiter Andreas Rehberg. Die Disponenten könne man noch in den bereits zweimal erweiterten Leitstellen-Räumlichkeiten im Hochhaus unterbringen, für das Leitungspersonal und die Systemadministratoren bräuchte man zusätzliche Büroräume.

Die Personalkosten der IRLS werden zu 60 Prozent von den Krankenkassen über die Gebühren des Rettungsdienstes bezahlt. Die verbleibenden 40 Prozent teilen sich die Kreise Stormarn, Herzogtum Lauenburg und Ostholstein.

Bei den Kosten für den ärztlichen Leiter Rettungsdienst gibt es noch keine Einigung. Die vorhandene Viertelstelle wird durch die Kassen finanziert, reicht angesichts der Aufgabenfülle aber nicht aus. Für die Größe des Versorgungsbereichs werden laut Berechnungen 2,5 Stellen benötigt – eine Verzehnfachtung gegenüber der heutigen Situation. Zurzeit laufen landesweite Verhandlungen mit den Krankenkassen. „Ob diese Größenordnung von den Kassen akzeptiert wird, ist offen“, heißt es in der Vorlage für den Sozial- und Gesundheitsausschuss des Kreises, der am Dienstag, 28. August, um 18.30 Uhr tagt (Geb. D, Mommsenstr. 11, Raum D 132). Deshalb soll aus der Viertel- erstmal eine halbe Stelle werden.

Bei den Planungen für einen Neubau der Rettungsleitstelle ist das zusätzliche Personal bereits eingerechnet. Eine Kooperation mit der Polizei und/oder der Berufsfeuerwehr Lübeck ist vom Tisch. Einen Standort gibt es noch nicht. „Vermutlich in Bad Oldesloe oder im Gewerbegebiet in Reinfeld“, sagt Rehberg. Ende August wird sich die Projektgruppe wieder damit befassen.

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