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Falsche Retter alarmiert : Leitstelle Bad Oldesloe: personeller Notfall

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Zu wenig Personal in der Leitstelle Bad Oldesloe: Nach einem tödlichen Unfall an der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern kritisiert die Feuerwehr, dass falsche Einsatzkräfte alarmiert wurden.

shz.de von
erstellt am 18.Aug.2013 | 03:53 Uhr

Bad Oldesloe | Ein Fehler bei der Alarmierung zu einem Verkehrsunfall an der Landesgrenze Schleswig-Holstein/Mecklenburg-Vorpommern in der Nähe von Mustin hat bei der Feuerwehr für Unmut gesorgt. Bei dem Unfall kam ein Mann ums Leben, ein weiterer wurde schwer verletzt. Die Rettungsleitstelle hatte die beiden zuständigen Feuerwehren nicht alarmiert, stattdessen die danach folgenden Wehren.
Es ist Montagabend, kurz nach 21.30 Uhr. In der Integrierten Regionalleitstelle Süd (IRLS) in Bad Oldesloe sind noch drei Einsatzsachbearbeiter im Dienst. Für jeden der drei betreuten Kreise Stormarn, Herzogtum Lauenburg und Ostholstein jeweils ein Mitarbeiter. Während einer von ihnen einem menschlichen Bedürfnis nachgeht, läuft ein Notruf ein, bei dem es um einen Verkehrsunfall geht.

Der gleiche Unfall zweimal erfasst

Der für den Kreis Herzogtum Lauenburg zuständige Sachbearbeiter nimmt den ersten Notruf entgegen, sein Kollege übernimmt kurz darauf einen weiteren Notruf, allerdings den selben Unfall - das erkennt das System nicht. Der erste Disponent "blockiert" damit einige Rettungskräfte, auch wenn sie noch nicht alarmiert sind. Also fordert der zweite Disponent Rettungsmittel aus der Umgebung an, unter anderem einen Notarzt bei der Leitstelle in Schwerin.
Während die Disponenten noch ihre Einsätze in das System schreiben, kommt der dritte Sachbearbeiter zurück, mit ihm auch schon der erste Kollege der Nachtschicht. Der stellt fest, dass beide Disponenten den selben Einsatz bearbeiten. Im Zuge der Aufklärung wird offenbar vergessen, die zuständige Feuerwehr zu alarmieren. Weil aber weitere Notrufe eingehen, schickt die Leitstelle zwei weitere, im Alarmplan an nächster Stelle folgende Wehren an die Einsatzstelle - eine ist gerade im Übungsdienst unterwegs und trifft noch innerhalb der Hilfsfrist an der Einsatzstelle ein.

Rettungskräfte waren nicht zu spät vor Ort

Anja Kühl, leitende Kreisverwaltungsdirektorin und zuständige Fachbereichsleiterin beim Kreis Stormarn, kennt den Vorfall. Hier habe es eine Verkettung unglücklicher Umstände gegeben. "Bei diesem Unfall ist ein Mensch ums Leben gekommen, ein weiterer schwer verletzt worden. Das ist tragisch genug. Glücklicherweise hat der Fehler bei uns in der IRLS aber nicht dazu geführt, dass Rettungskräfte zu spät vor Ort waren", beteuert Kühl: "Wir werden alles daran setzen, den Fall komplett aufzuarbeiten und dafür sorgen, dass sich so etwas nicht wiederholt."
Durch diesen Fall werde es noch dringlicher, die Strukturen des Schichtbetriebes in der Leitstelle zu untersuchen und gegebenenfalls zu verändern. Einsatzsachbearbeiter Paul Weber (Name von der Redaktion geändert) machte deutlich, dass sich die Mitarbeiter schon seit einiger Zeit sowohl für mehr Personal als auch für andere Dienstzeiten eingesetzt hatten.
"Als wir die Leitstellen zusammengelegt haben, gab es ein Gutachten, in dem uns aufgezeigt wurde, mit welchem Personal wir hier planen mussten. Dabei war in dem Gutachten auch vorgegeben, zu welcher Zeit wie viel Personal in der Leitstelle sitzen soll. Die letzte Entscheidung hierüber obliegt dennoch den drei Kreisen als Betreiber. Die Einsatzzahlen der Kreise Stormarn und Herzogtum waren dafür belastbar, die aus dem Kreis Ostholstein eher nicht. Da mussten wir schätzen und haben schon etwas mehr gerechnet. Offenbar aber ist das noch zu wenig", erklärte die Kreisverwaltungsdirektorin. Zurzeit laufen zwei Stellenausschreibungen für Leitstellendisponenten.

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