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Stormarner Tageblatt

13. Dezember 2017 | 22:29 Uhr

Eichede : Lehrstunde mit heißem Fett

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Brandschutzerzieher der Freiwilligen Feuerwehren in Steinburg machen Jugendliche fit für das „Konfi-Camp“

Mit „Kawumm“ explodiert eine Spraydose wie eine Bombe. Ein ähnliches Behältnis verabschiedet sich zuvor bereits mit einer Stichflamme, nachdem es ebenfalls mit dem Gasbrenner erhitzt wurde. Die Brandschutzerzieher der Freiwilligen Feuerwehren in der Gemeinde Steinburg möchten mit diesen beeindruckenden Demonstrationen Jugendliche fit fürs „Konfi-Camp“ machen. Etwa 160 Jugendliche brechen dazu am kommenden Montag auf. „Diesmal geht es auf die Insel Föhr“, sagt Pastor Kai Süchting, der als einer der Teamer mitfahren wird.

Die Experten der Feuerwehr möchten die Teilnehmer auf alle Eventualitäten vorbreiten. Schließlich erlitten vor Jahren zwei Jugendliche im Camp durch einen Unfall mit einem Gaskocher schwere Verbrennungen. „Deshalb bieten wir solche Schulungen für die Teilnehmer an“, sagt Volker Möller, Brandschutzerzieher bei der Wehr in Eichede.

Mit vier Kameraden aus dem Brandschutz hat er die Jugendlichen zum Feuerwehrgerätehaus eingeladen. Die 16 Steinburger lernen hier, wie sie im Ernstfall reagieren müssen. Einer witzelt fortlaufend, andere sind mit ihrem Handy beschäftigt. Doch die Demonstrationen verfehlen ihre Wirkung nicht, vor allem die beeindruckende Fettexplosion mit einer fünf Meter hohen Stichflamme.

Zunächst aber wird der Umgang mit Feuerlöschern geübt. Zur Vorführung sind sie mit Wasser gefüllt. „Pulver wäre viel zu teuer“, sagt Möller. Das Prinzip könne auch mit Wasser gelernt werden. Dann geht es zur Brandpuppe, die mit Grillanzünder getränkt und angezündet wird. In Zweiergruppen gehen die Jugendlichen mit einer Löschdecke vor.

„Die Decke vorsichtig ausstreichen, nicht drücken“, erklärt Brandschützer Manuel Nasemann, „denn der Verletzte hat schon genug Schmerzen.“ Wenn die Flammen erstickt scheinen, wird die Decke sicherheitshalber nur langsam zurückgerollt. „Wenn keine Löschdecke zur Hand ist, geht es zur Not auch mit Klamotten“, sagt er.

Brennendes Fett ist eine oft unterschätzte Gefahr. Lebensgefährlich ist ein Löschversuch mit Wasser. Nur ein Abschneiden der Luftzufuhr kann auch hier das Feuer ersticken. Möller zeigt das, indem er einen Deckel auf den Topf mit brennendem Fett stülpt. Wie man es nicht machen sollte, führt er mit gehörigem Abstand vor. Er schüttet mittels einer langen Stange einen Wasserbecher ins brennende Fett. Augenblicklich schießt eine Stichflamme hoch.

„Wir hoffen, dass ihr diese Kenntnisse nicht benötigt und heil und gesund zurückkommt“, sagt Möller, „aber zu wissen, was man tun muss, ist nie verkehrt.“ Das findet auch Pastor Süchting: „Wichtig ist im Ernstfall vor allem, Kopflosigkeit und Panik zu vermeiden.“



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