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Stormarner Tageblatt

11. Dezember 2017 | 05:41 Uhr

Lehrer sollen mehr arbeiten

vom

Bildungsministerin Wende will Pädagogen im Norden stärker in die Pflicht nehmen

shz.de von
erstellt am 10.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Kiel/Berlin | Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Waltraud Wende will Lehrer künftig stärker in die Pflicht nehmen. Bei einer Podiumsdiskussion in Schleswig-Holsteins Berliner Landesvertretung forderte die parteilose Ministerin mehr Einsatz von den Pädagogen im Land.

"Als ich noch Wissenschaftlerin an der Universität Siegen war", berichtete Wende, "habe ich einfach mal mein Büro gestrichen, weil ich eine andere Farbe wollte." Genauso viel Initiative erwartet sie von Lehrern und Eltern an den Schulen im klammen Schleswig-Holstein: "Ich würde das nie verordnen - aber wenn man engagierter Lehrer ist, kann man sich doch einbringen und mal einen Raum streichen", sagte Wende in der Diskussion mit der Leiterin der staatlichen Potsdamer Montessori-Oberschule, Ulrike Kegler, über "nachhaltige Schule".

Dabei machte Wende klar, dass sie nicht nur mehr freiwilligen Einsatz erwartet - sie würde auch gern die Präsenz der Pädagogen an den Schulen verstärken: "Es wäre wichtig, dass wir die Lehrer länger in der Schule halten." Allerdings müssten dann auch Rückzugsmöglichkeiten in den Schulgebäuden geschaffen werden, sagte sie und lobte eine gerade eingeweihte Schule in Ratzeburg, die das schon biete. Kegler bestärkte die Ministerin und berichtete von ihren Erfahrungen aus Kanada: "Die Lehrer kommen morgens um acht und gehen nicht vor vier - da ist eine Ruhe in den Schulen, das glaubt man nicht."

Ferner erwartet Wende, dass die Lehrer in den Ferien mehr arbeiten. Von jährlich zwölf Wochen unterrichtsfreier Zeit seien nur sechs echte Ferien. "Ich gehe davon aus, dass man die anderen sechs Wochen entweder zur Fortbildung nutzt oder in der Schule gemeinsame Projekte macht", sagte Wende. Tatsächlich gebe es auch schon Schulen, die das so machen. "Aber es ist nicht der Standard." Gestern ruderte Wende allerdings etwas zurück, nachdem Lehrergewerkschaften darauf verwiesen hatten, dass Lehrer ohnehin schon viel in den Ferien arbeiten. Wende stellte klar, dass sie keine konkreten Maßnahmen ergreifen wolle: "Neue Pläne für Ferien und unterrichtsfreie Zeit der Lehrkräfte in Schleswig-Holstein gibt es nicht", erklärte sie. Sie wisse, was die Lehrer im Land leisten. Allerdings gebe es, was Arbeit in den Ferien angehe, "von Lehrkraft zu Lehrkraft und von Schule zu Schule sehr unterschiedliche Anforderungen an sich selbst und an die Kollegien".

Um das Land für Junglehrer attraktiver zu machen, kündigte Wende in Berlin zudem an, künftig auf Zeitverträge zu verzichten, jedenfalls auf kurzfristige. Es sei "fatal", sagte sie, wenn Einsteiger "erst mal nur Zeitverträge für ein, zwei oder drei Jahre bekommen."

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