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Stormarner Tageblatt

24. Oktober 2017 | 00:40 Uhr

Bad Oldesloe : Leerstand online anzeigen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das Mehrgenerationen-Haus Oase bringt das Hamburger Portal leerstandsmelder.de nach Bad Oldesloe. Damit soll Wohnraum für Flüchtlinge aufgespürt werden.

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erstellt am 14.Dez.2015 | 18:44 Uhr

Das ist eine Premiere für Schleswig-Holstein. Das Mehrgenerationen-Haus Oase hat im Internet einen Leerstandsmelder gestartet.

Miet- und Sozialberater Gerd-Günter Finck bringt es auf eine einfache Formel: „Ohne Wohnung keine Arbeit, ohne Arbeit keine Integration.“ Die Stadtverwaltung sei zwar bemüht, die zugeteilten Flüchtlinge möglichst dezentral – also in eigenen Wohnungen – unterzubringen, doch das werde immer schwieriger. Finck: „Flüchtlinge müssen in provisorischen Notunterkünften wohnen, während gleichzeitig Wohnraum leer steht.“ Das soll mit dem Leerstandsmelder zukünftig anders werden. Unter www.leerstandsmelder.de/oldesloe können leer stehende Wohnungen oder Häuser gemeldet werden. Dafür muss der Anzeigende sich registrieren. Die Meldung wird automatisch an die Oase geleitet. Dort werden die eingehenden Leerstände „gefiltert“: Handelt es sich wirklich um Leerstand, ist es vielleicht eine Doppelmeldung … Anschließend wird sie anonymisiert an die Stadtverwaltung gegeben, damit die sich des Sachverhalts annimmt. Die Behörde kann klären, wem das Objekt gehört und mit dem potenziellen Vermieter Kontakt aufnehmen.

Patin des Projekts ist die SPD-Landtagsabgeordnete und flüchtlingspolitische Sprecherin Serpil Midyatli. „Ich freue mich um so mehr, als wir jetzt weg von der reinen Flüchtlingsarbeit hin zur Integration kommen“, sagt die Politikerin. Sie begrüßt ausdrücklich alle Anstrengungen, Flüchtlinge dezentral unterbringen zu wollen. Midyatli: „In den meisten Fällen klappt das auch sehr gut, aber je dichter es an Hamburg geht, desto schwieriger wird es. Das ist ein Service für die Stadt, denn das Rathaus ist nicht darauf ausgerichtet, Wohnraum zu finden.“ Sie betont, dass es nicht nur darum gehe, Leerstand anzuprangern, sondern auch darum, Hürden für Vermietung abzubauen. Wenn sich Privatleute die Aufnahme von Flüchtlingen in ihrem Haus vorstellen könnten, dafür aber kleinere Umbauten nötig seien, könnte das Portal helfen, die nötigen Kontakte zu vermitteln. Grade für solche Fälle zahle das Land doch ab März die Pauschale von 2000 Euro pro Flüchtling. „Da müssen flexible Lösungen mit Vermietern gefunden werden, denn das geht schneller als neu zu bauen“, mahnt sie. Gerd-Günter Finck ist vom Fach. Er hat Wohnungswirtschaft gelernt und gelehrt, hat eine Vergangenheit in der der Hausbesetzerszene, gehört zu den Gründungsmitglieder von „Mieter helfen Mietern“ und erwarb sich in Oldesloe einen Ruf im Zusammenhang mit Problemen am Stoltenrieden. Seit einiger Zeit bietet er jeweils mittwochs von 13.30 bis 15 Uhr Mietberatung für Flüchtlinge und Geringverdiener. Hinter dem Leerstandsmelder-Portal steht der Hamburger Verein „Gängeviertel“. Nach einem erfolgreichen Start in der Hansestadt wurde es auf das Bundesgebiet ausgedehnt.

www.leerstandsmelder.de/oldesloe

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