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Lebendiges Archiv: Einsicht in alte Standesamtsregister

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Das Kreisarchiv Stormarn und das Gemeindearchiv Tangstedt hatten zur Fachtagung der Stormarner Archivare eingeladen: Bürgermeister Norman Hübener begrüßte Fachleute aus Stormarn, den Nachbarkreisen Segeberg und Herzogtum Lauenburg, aus dem gemeinsamen Archiv des Kreises Steinburg und der Stadt Itzehoe sowie vom Staatsarchiv Hamburg und dem Landeskirchlichen Archiv in Kiel. Alljährlich steht der Austausch über aktuelle Projekte im Mittelpunkt. Zentrales Thema: Umgang mit älteren Standesamtsunterlagen, die seit 2009 an die Archive abgegeben werden.

Festgestellt wurde, dass es nicht nur bei der Übernahme der Unterlagen von den Standesämtern in die Archive große Unterschiede gibt, sondern auch bei den Gebühren für Nutzer. Einige Archive haben bereits mit der Digitalisierung der Bände begonnen. Diese wird z.T. in Kooperation mit amerikanischen Firmen durchgeführt, die genealogische Datenbanken im Internet anbieten. In Deutschland ist das Interesse an der eigenen Familiengeschichte eher gering, aber in den Vereinigten Staaten wollen viele Nachkommen wissen, aus welchen Ländern, Städten und Regionen ihre Vorfahren vor 100 Jahren oder länger ausgewandert sind. Gleichzeitig müssen Informationen zu lebenden Personen geschützt werden und dürfen nicht im Internet veröffentlicht werden. Die Archivare begrüßen die Möglichkeit, dass Interessierte selbstständig im Internet Datenbanken durchsuchen können, stellen aber auch fest, dass die Kontrolle der Scans durch Fachpersonal und Schwärzung von sensiblen Informationen sehr viel Zeit in Anspruch nimmt. Es würden noch Jahre vergehen, bis in allen alten Standesamtsregistern in Schleswig-Holstein online recherchiert werden könne

Viele Stormarner Archive haben in diesem Jahr finanzielle Unterstützung für Restaurierung, Schutzverpackung und Digitalisierung von wertvollen Archivalien erhalten. Von den insgesamt 300 000 Euro, die das Kultusministerium für die Kommunalarchive im Land zur Verfügung stellt, gingen mehrere Zehntausend nach Stormarn. „Damit wurden wertvolle mittelalterliche Urkunden, Bauakten und Gemeinderatsprotrokolle restauriert, Zeitungen eingescannt oder ein Gedenkbuch zu gefallenen Soldaten des Ersten Weltkriegs der Öffentlichkeit wieder zugänglich gemacht“, berichtet Stormarns Kreisarchivar Stefan Watzlawzik: „Wir haben jetzt die Gelegenheit, einzigartige Stücke, die über Jahre und Jahrzehnte nicht zugänglich waren, weil sie beschädigt waren, wieder für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. So kann ein wichtiger Betrag geleistet werden, die eigene Identität einer Stadt oder eines Dorfes zu bewahren und für die Einwohner verständlich zu machen.“


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