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Besuch auf dem Bauernhof : Landwirtschaft transparent und anfassbar machen

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Volksfeststimmung und Infos über die Branche – der Tag des offenen Hofs stieß bei den Besuchern auf großes Interesse.

In Berlin gibt es keine Kühe, aber trotzdem Milch – daher könne zwischen den schwarz-bunten Tieren und dem Ernährungsprodukt kein Zusammenhang bestehen. Diese erstaunliche Erkenntnis bekam Landwirt Thomas Wilken von Berliner Besuchern auf seinem Hof zu hören. „Es klingt irre, aber es gibt immer mehr Kinder in der Großstadt, die noch nie eine Kuh gesehen haben. Dass Kühe dann tatsächlich auch noch Milch geben, halten sie für Fantasie. Gerade daher sind diese Tage wichtig“, sagte der Landwirt am Rande des „Tags des offenen Hofs“, an dem er und seine Familie mit dem Hof am Kneeden gerne teilnahm. „Wir Landwirte müssen unsere Arbeit transparenter und anfassbarer machen. Dann steigt auch das Bewusstsein in der Bevölkerung für unsere Arbeit“, erklärt er. Man selbst mache das bereits mit Aktionen wie dem „Kürbisfest“, das seit einigen Jahren ein großer Erfolg ist. „Wir haben da auch einfach Spaß dran“, sagt der Landwirt.

Auf Infoschildern konnten die Besucher nachlesen, wie wenig ein Bauer an einem komplett durch ihn produziertem Frühstück oder einem Glas Milch verdient. „Ob das bei allen ankommt, weiß man nicht, aber es hilft, um Aufmerksamkeit für die Sache zu schaffen.“ Auf seinem Hof konnten Ferkel aus der Nähe begutachtet werden, Schafe und Esel gestreichelt, eine Kinderrallye mit ein paar Aufgaben gemacht werden oder simpel im Stroh gespielt werden. „Dass es für Kinder eine einmalige Attraktion ist, mal in einer Scheune im Stroh zu spielen, das hätte man sich früher auch nicht vorstellen können“, sagte ein Senior. „Sowas war früher hier auf dem Land total normal. Bad Oldesloe ist und war ja keine Weltstadt, aber die die Zeiten ändern sich. Wer geht heute in seiner Freizeit schon noch auf einen Bauernhof?“, sagte er bevor er zum Parkplatz ging.

Wer wollte, konnte sich auf einem kleinen Hofmarkt auch gleich mit frischen Produkten eindecken. Dazu gab es noch ein Fotoshooting mit dem Oldesloer Nachwuchsfotografen Maximilian Prösch. „Für mich ist das Freizeit und mir gefiel die Stimmung und die Atmosphäre. Gewinn ließ sich damit heute bei diesem Tag nicht machen. Viele Familien haben ja auch eigene Kameras dabei. Spaß macht es trotzdem“, so Prösch.

In Lasbek öffneten die landwirtschaftlichen Betriebe Stoltenberg ihr Türen beziehungsweise die Tore der Getreidesilos und Scheunen. Hunderte Stormarner kamen, um sich eine Ausstellung von Oldtimer-Traktoren anzuschauen oder frischen Kuchen und Kaffee unter freiem Himmel zu genießen. Dazu gab es Spanferkel, einen Auftritt der Musikkapelle der Freiwilligen Feuerwehr Eichede und Country-Klänge der Band „The Moonshine Frontporch Pickers“, die unter anderem Johnny-Cash-Coversongs im musikalischen Gepäck hatten. Während es auf dem Oldesloer Hof Wilken um die Annäherung an die Landwirtschaft durch kennen lernen der Tiere und des Landwirts in familiärer Atmosphäre ging, überwog in Lasbek die Dorfpartystimmung mit Volksfestcharakter und mehr als tausend Besuchern im Mittelpunkt. Zwar gab es auch dort Informationen zum Betrieb, doch der Reiz des geselligen Beisammenseins im großen Stil überwog.

Als dritter Hof in Stormarn öffnete in Grabau der Bauernhof Wendt mit Imkerausstellung und einer Bilderausstellung seine Tore.

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