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Stormarner Tageblatt

17. Oktober 2017 | 23:28 Uhr

Bad Oldesloe : Landrat erwartet mehr Geld

vom
Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Landespolitikerin Eka von Kalben (Grüne) und Klaus Plöger diskutieren die Flüchtlingssituation. Der Landrat vermisst ein Einwanderungskonzept.

shz.de von
erstellt am 30.Okt.2015 | 06:00 Uhr

Bund, Land, Kreise und Kommunen stehen seit Monaten vor der Aufgabe, die täglich ankommenden Flüchtlinge unterzubringen. Das alles läuft nicht problemlos ab.

Die Vorsitzende der Landtagsfraktion der Grünen, Eka von Kalben, besuchte daher Stormarns Landrat Klaus Plöger, um sich über mögliche Verbesserungen auszutauschen. Auch Dr. Edith Ulferts, Fachbereichsleitung Soziales und Gesundheit, und die stellvertretende Kreispräsidentin Klaudia Rahmann (Grüne) waren bei dem Informationsaustausch dabei.

„Wir würden uns eine bessere Kommunikation wünschen“, sagte Edith Ulferts. Es könne nicht sein, dass sie von der Landesregierung beschlossene Vorhaben aus den Medien erfahre. „Das werde ich auch so mit nach Kiel nehmen“, antwortet von Kalben verständnisvoll. „Andererseits muss man auch sehen, dass momentan viele Behörden bereits am Limit arbeiten. Aber ein wöchentlicher kurzer Rundbrief mit dem neuesten Stand oder etwas in die Richtung sollte möglich sein“, so von Kalben.

„Ich finde, dass man sich die Frage stellen muss, wie viele Menschen man wirklich aufnehmen, ihnen helfen und sie sinnvoll integrieren kann. Aber das ist eine Sache, die in Berlin diskutiert werden will. Ich denke im Rahmen einer Denkfabrik hätte ich da auch eine Menge dazu zu erzählen. Aber das wäre dann intern. Es werden ja durchaus gute Sachen auf den Weg gebracht. Aber ich vermisse ein großes Konzept, einen echten Plan. Ich glaube der existiert in Berlin nicht“, so Landrat Klaus Plöger.

„Die Menschen hier vor Ort sind nicht dumm. Sie wollen realistische Einschätzungen hören. Damit können sie auch umgehen. Sie wollen nicht das Gefühl haben, dass ihnen etwas verschwiegen oder vorgegaukelt wird“, so Plöger weiter. „Ich kann nicht für die Bürgermeister hier sprechen. Manche bringen ja momentan sehr viel auf den Weg. Was da gebaut und getan wird – lobenswert. Das wird ja auch medial gut begleitet. Aber wie sieht das aus, wenn der Zustrom noch längere Zeit so weitergeht? Ich möchte das nur in den Raum stellen“, so Plöger weiter: „Ich bin immer für strukturierte Prozesse und realistische Analysen. Und die vermisse ich oft in diesen Diskussionen.“

„Ich finde es oft müßig, zu diskutieren, ob wir etwas schaffen oder nicht. Das bringt uns nicht unbedingt in der Situation weiter. Wir haben die Herausforderungen jetzt gerade und sollten Lösungen finden. Wenn man eine Krise heraufbeschwört, weil man immer auf Probleme hinweist, demotiviert man womöglich sogar ehrenamtliche Helfer“, so Eka von Kalben: „Außerdem habe ich einen anderen Eindruck von der Bundespolitik als Herr Plöger, auch wenn mir da ebenfalls nicht alles gefällt.“

Einig war sie sich mit dem Landrat, dass mehr hauptamtliche Fachkräfte auch in den Verwaltungen und im öffentlichen Dienst benötigt werden. Es liege nicht am fehlenden Willen, mehr Stellen schaffen zu wollen, wie es manchmal von der Gewerkschaft vorgeworfen werde, sondern schlicht daran, dass es kein Personal gebe.

Eine neue, größere Herausforderung wird die ansteigende Zahl unbegleiteter jugendlicher Flüchtlinge, die Stormarn zugewiesen werden sollen. Für diesen – wie auch alle anderen Bereiche – gilt laut Plöger, dass der Bund „finanziell das stemmen muss, was er mit seiner Politik auf den Weg bringt. Geld vom Bund darf auch nicht nur beim Land hängen bleiben. Es muss an die Kommunen vor Ort fließen, wo die Arbeit gemacht wird, wo sich die Auswirkungen der Bundespolitik direkt zeigen“, gab Landrat Plöger der Landtagsfraktionvorsitzenden der Grünen mit auf die Rückreise.  

 

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