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Trittau : „Landesstraßen in erbärmlichem Zustand“

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Aus der Redaktion des Stormarner Tageblatt

Weil das Geld, das das Land ausgibt, nicht annähernd reicht, um die Straßen zu sanieren, startete die CDU in Trittau ihre Schlagloch-Kampagne.

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erstellt am 06.Aug.2014 | 05:45 Uhr

„Die Landesstraßen werden dem Verfall preisgegeben“, sagt der CDU-Landtagsabgeordnete Tobias Koch. Die Christdemokraten haben den Zustand der Straßen zum Thema ihrer politische Sommer-Kampagne gemacht. Nicht nur gefühlt werden die Straßen im Land immer schlechter. Laut Bodewig-Kommission müssten zehn Jahre lang jährlich 90 Millionen Euro in die Sanierung gesteckt werden, um die Straßen wieder in den Zustand zu bringen, in dem sie 1990 waren, dem Jahr der Wiedervereinigung.

Obwohl fast ein Drittel der Landesstraßen – mehr als 1100 Kilometer – dringend sanierungsbedürftig seien, stelle die Landesregierung nur 25 Millionen Euro zur Verfügung. „Dabei hat das Landesamt für Straßenbau erklärt, dass man schon 36 Millionen braucht, nur um die Landesstraßen in dem heutigen, schlechten Zustand zu erhalten. Kiel nimmt also bewusst einen Substanz-Verlust in Kauf“, kritisiert Koch.

Das Argument, es wäre kein Geld vorhanden, lässt der Finanzpolitiker nicht gelten. „Allein für neue Gesetze wie Landesmindestlohngesetz, Tariftreue- und Vergabegesetz sowie Korruptionsregistergesetz muss das Land den Kreisen und Kommunen jährlich 7,5 Millionen Euro für Bürokratie erstatten, in der Lehrerausbildung werden teure Doppelstrukturen aufgebaut, und Förderkürzungen wie bei der Biolandwirtschaft wurden zurückgenommen“, so Koch. Zudem könne sich das Land, anders als während der CDU-FDP-Regierungszeit, über Rekord-Steuereinnahmen freuen. Koch: „Es ist in der Koalition nicht gewollt, in Straßenunterhaltung zu investieren.“

„Hier entstehen gerade die Schlaglöcher“ steht auf den Plakaten, die Koch und der Trittauer CDU-Fraktions-Vorsitzende Jens Hoffmann gestern an der Hamburger Straße aufstellten, der L 94. „Wir hätten auch die L 92 in Lütjensee oder die L 160 in Braak nehmen könne, wo gerade Tempo 30-Schilder aufgestellt wurden“, sagt Koch, „aber hier könnte jetzt noch etwas machen, bevor die Straße in ein paar Jahren komplett auf ist.“

Die L 94 ist kein Einzelfall, nicht mal in Trittau selbst. „Wir sind umgeben von Landesstraßen, und alle sind in einem erbärmlichen Zustand“, sagt Jens Hoffmann. Das gilt für die Großenseer, Kirchen- und Poststraße (L93) genauso wie für die L 220 nach Hamfelde. Die Rausdorfer Straße (L160) wird nach jahrzehntelangen Bemühungen zwar gerade saniert, was aber auch nur mit Beteiligung der Gemeinde möglich war.

Was Jens Hoffmann ebenso ärgert wie Grandes Bürgermeister Heinz Hoch: Die Vertreter des Landes- wie des Bundesverkehrsministeriums hätten beim B 404-Ausbau Zusagen gemacht, Trittau bevorzugt zu berücksichtigen. „Wir sind in Erwartungshaltung“, sagt Hoffmann. Und dass die Landesstraße nicht nur ein Zubringer zur B 404 ist, sondern zwischen Grande und Witzhave auch als Abkürzung zur A24 genutzt werde, sei dem Landesamt gar nicht bewusst, so Heinz Hoch.

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