Bad Oldesloe : Land streicht Straßen-Geld

Die Männer von der Kampfmittelbergung haben bereits mit ersten Sondierungen begonnen.
Die Männer von der Kampfmittelbergung haben bereits mit ersten Sondierungen begonnen.

Der Kreis Stormarn fehlt auf der Prioritätenliste des Landes für das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz. Werden Straßen jdeshalb etzt schmaler gebaut?

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26. Januar 2015, 06:00 Uhr

Die Kreisstraße 32 zwischen Trittau und Grönwohld wird für 3,9 Millionen Euro komplett mit Radweg und zwei neuen Brücken ausgebaut. Den gestrichenen Landesanteil von knapp 900  000 Euro wird der Kreis aus eigener Kasse und damit mehr als 2,9 Millionen für die K32 bezahlen.

Kein einmaliger Fall. Das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GFVG) läuft 2019 aus, für die noch vorhandenen Mittel hat das Land eine Prioritätenliste aufgestellt, „auf der seltsamerweise keine Straße in Stormarn steht“, so Ausschussvorsitzender Lukas Kilian (CDU). Der Neubau maroder Brücken und Radwege wird noch gefördert. Dass man deshalb „noch mal mit einem blauen Auge davongekommen“ sei, wie Joachim Germer (Grüne) und Jürgen Weingärtner (SPD) meinte, sah Klaus-Dieter Bruhns (CDU) ganz anders: „Es ist für mich völlig unverständlich, dass Verkehrsminister Meyer das Geld kurzfristig gestrichen hat. Dass der Kreis einspringt, kann nur die Ausnahme sein.“

Aktuell muss der Kreis dafür keine anderen Projekte streichen. Das Geld wird aus einem Haushaltsansatz genommen, der für kurzfristig erforderliche Baumaßnahmen zur Verfügung steht. „Ich hoffe, dass auch der Jahresabschluss 2014 des Kreises positiv ausfällt“, sagte Landrat Klaus Plöger. In Anbetracht nicht mehr fließender Landesmittel für Straßen „sind wir gut beraten, das Geld, was übrig ist, in die Infrastruktur zu stecken.“

Das Investitionsprogramm für Kreisstraßen ist damit jedenfalls hinfällig. „Was da auf uns zukommt, ist sehr unerfreulich“, sagte Kilian. „Wir müssen unsere Prioritätenliste noch mal ordentlich durchschütteln“, kündigte Klaus Kucinski an.

Zum Schwur könnte es schon in der März-Sitzung kommen, wenn es um die K  12 in Tremsbüttel geht. Das Stück von der A  21 bis zum Gemeindezentrum ist erneuert worden, das Stück von dort bis zum Ortsausgang Richtung Bargteheide sollte folgen, das Land hat Fördermittel aber verneint.

30 Jahre sei an der Straße kaum das Nötigste gemacht worden. Im Zuge des Straßenausbau wollte Tremsbüttel auch gleich die Entwässerung erneuern. Es mache „überhaupt keinen Sinn“, in die desolate Straße die dringend erforderliche Entwässerung zu verbauen, und sie provisorisch wieder zu schließen, um sie wenige Jahre später doch wieder aufzureißen. Deshalb sei man bereit, den Gemeindeanteil auf jeden Fall zu tragen und die Bauträgerschaft zu übernehmen.

Aufgrund der Entwässerung konstatierte Kucinski „Handlungsbedarf“. Im März soll über die K12 entschieden werden. Um die Kosten zu senken, hatte die Gemeinde auch vorgeschlagen, die Ausbaubreite auf sechs statt 6,50 Meter zu begrenzen. Weingärtner: „Das muss zunächst innerhalb des Orts abgestimmt werden.“

Bei der K  32 geht es nach jahrelangem Stillstand jetzt ganz schnell. Der Teich ist bereits halb abgelassen, die Suche nach möglichen Kampfmitteln hat begonnen. Ab heute wird die Straße in Höhe des Mühlenteichs für eine mögliche Kampfmittelräumung von 8 bis 16 Uhr voll gesperrt. Die Umleitung erfolgt ab Trittau über die Großenseer Straße (L  93), Bürgermeister-Hergenhan- und Lütjenseer Straße (K30) und dann über die K  31 in Richtung Grönwohld. Die Arbeiten können sich bis 30. Januar hinziehen, wenn etwas gefunden wird.

Die Busse, die zwischen Grönwohld und Trittau verkehren, müssen natürlich ebenfalls eine andere Route nehmen. Weil dort sieben Linien fahren, ist das nicht einfach. „Es muss mit Shuttleverkehr und Kleinbussen gearbeitet werden“, kündigt Björn Schönefeld, ÖPNV-Mann in der Kreisverwaltung, an.

Der Zustand wird lange anhalten. Im Februar beginnt die Dammverbreiterung, um Platz für den Radweg zu schaffen. Weil nicht nur die Straße ausgebaut, sondern auch zwei Brücken komplett neu gebaut werden müssen, wird die K32-Sanierung zwei Jahre in Anspruch nehmen. „In der ursprünglichen Planung waren es vier Jahre. Durch planerische Vorleistungen und Optimierung ist es dem Landesbetrieb gelungen, die Bauzeit zu halbieren“, so Kucinski.

Die Busse werden die ganze Zeit auf den Umleitungsstrecken verkehren. Auch das muss der Kreis bezahlen. Schönefeld rechnet mit zusätzlichen Kosten von 100  000 Euro im Jahr.

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