Entspannt : Lakies hat EM-Titel bereits abgehakt

Triathletin Anke Lakies ganz entspannt nach ihrem Sieg beim Poggensee-Triathlon.
Triathletin Anke Lakies ganz entspannt nach ihrem Sieg beim Poggensee-Triathlon.

Vor ihrem EM-Start in Genf glaubt Triathletin Anke Lakies nur an eine Außenseiterchance - die Schweizerin Brigitte McMahon sei einfach eine Klasse für sich. Wir sprachen mit der Oldesloerin vor dem Abflug in die Schweiz.

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08. Juli 2015, 07:30 Uhr

Heute fällt für Anke Lakies vom VfL Oldesloe der Startschuss bei der Triathlon-Europameisterschaft in Genf. In der Schweiz hofft die 48-Jährige auf einen Platz auf dem Siegertreppchen. Wir sprachen mit der Bad Oldesloerin am Rande des 23. Poggensee-Triathlons in ihrer Heimatstadt über ihre Vorbereitung, die Erwartungen und die Zukunft.

Anke Lakies, Sie haben gerade den Poggensee-Triathlon gewonnen und sind von Freunden und Fans an der Strecke gefeiert worden. Wie wichtig war Ihnen der Auftritt so wenige Tage vor dem EM-Start in Ihrer Heimatstadt?
Ich freue mich natürlich, hier wieder dabei gewesen zu sein und selbstverständlich auch über den Sieg. Aber ohne jemanden zu nahe treten zu wollen: Es war in erster Linie eine gute Trainingsmöglichkeit als Vorbereitung auf die EM. Der Sieg hier hatte keine Priorität. Wichtig war viel mehr, dass ich mich auf der Strecke trotz der Hitze gut gefühlt habe.

Was können Sie denn aus dem Wettkampf in Bad Oldesloe mit in die Schweiz nehmen? Lassen sich die Auftritte überhaupt vergleichen?
Die Konkurrenz ist in Genf natürlich eine ganz andere, deutlich härter als in Bad Oldesloe. Aber ich erwarte zum Beispiel ähnliche Wetterverhältnisse. Während es hier ja gerade etwas abkühlt, wird es in Genf relativ warm bleiben. Ich bin damit am Poggensee gut zurecht gekommen, also fahre ich mit einem guten Gefühl zur EM. Ich weiß, dass ich fit bin. Das ist eine wichtige Erkenntnis. Nur zwei Mal während des Laufens habe ich eine Gänsehaut bekommen. Das war ein Warnzeichen des Körpers, dass ich es langsamer angehen sollte bei diesen extremen Temperaturen.

Mit welchen Erwartungen treten Sie in diesem Jahr bei der EM an?
Es wäre ein Traum auf das Podium zu kommen. Ein dritter Platz wäre super, aber das ist kein Muss. Natürlich möchte man als Sportlerin immer gewinnen, aber das Starterfeld ist dieses Mal in meiner Altersklasse mit fast 50 Triathletinnen relativ groß und auch sehr gut besetzt. Den Sieg und damit den Europameistertitel habe ich eigentlich schon abgehakt – das muss ich ehrlicherweise sagen.

Warum das?
Der Titel wird aus meiner Sicht Brigitte McMahon aus der Schweiz nicht zu nehmen sein. Sie ist die Triathlon-Olympiasiegerin von 2000 und ihre Leitungen sind auch heute noch extrem gut – das ist der Wahnsinn. Unter normalen Umständen werde ich sie nicht schlagen können. Aber natürlich kann auch McMahon Pech haben, mit der Technik am Rad zum Beispiel – das wäre vielleicht die einzige Chance, um an ihr vorbeizukommen. Aber auch dahinter wartet noch ein starkes Feld, denn in meiner Altersklasse werden in diesem Jahr nur wenige der besten Triathletinnen fehlen.


Können Sie gut damit umgehen, schon vorher zu wissen, dass es zum Sieg nicht reichen wird?

Natürlich, ich kann auch damit leben wenn ich Vierte werde – wenn drei andere Athletinnen besser waren. Das ist dann so, das muss man akzeptieren. So erging es mir ja beim letzten Mal auch, damals war es sogar sehr knapp. Natürlich ist das ärgerlich und enttäuschend, aber ganz sicher keine Katastrophe.


Sie sind 48 Jahre alt, wie lange möchten Sie den Sport noch auf diesem Niveau betreiben?

Ich schaue immer von Jahr zu Jahr, eigentlich sogar von Wettkampf zu Wettkampf. Bis zur nächsten Altersklasse sind es noch zwei Jahre. Ich werde zwar immer Sport machen, aber ob man ewig diesen Aufwand betreiben will, kann ich nicht sagen. Wenn es keine Freude mehr macht oder es irgendwann körperlich nicht mehr geht, werde ich es sicherlich nicht erzwingen. Denn der Spaß ist enorm wichtig für mich.

Welche Herausforderungen warten noch in diesem Jahr auf Sie?

Jetzt konzentrierte ich mich erst mal auf die EM. Dieses Jahr habe ich dann aber noch den Triathlon in Hamburg und die Weltmeisterschaft in Chicago im August auf dem Plan. Zwischendurch mache ich dann ein wenig piano.

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